Welt zu sein, dass ihre einsame Empfindlichkeit davon be-rührt und ergriffen wird und sie sich zu ihm auf den Wegmachen müssen. Ihre Unruhe ist nicht erster Ordnung, wiedie des Wanderers von Ur,die ihn ins Leere trieb, wo nichtswar,sodass er das Neue selber aus sich hervorbringen muss-te. Nicht so diese Seelen. Ist aber das Neue da und ist esin der Welt, so beunruhigt es ihre Empfänglichkeit sogarvon weither, dass sie danach müssen wallen gehen.
Thamar hatte nicht weit zu wallen. Die Waren, die sieJaakob ins Zelt brachte, um Kupfergewicht dafür zu neh-men,waren bestimmt nur einTrick des Geistes und einVor-wand ihrer Unruhe. Sie fand zu ihm, und nun sass sie oftund oft zu den Füssen des Feierlichen, Geschichtenschwe-ren, sehr gerade, die dringlichen Augen gross zu ihm aufge-schlagen, von Aufmerksamkeit so gebannt und reglos, dassdie silbernen Ohrringe zuseiten ihrer vertieften Wangenherniederhingen ohne zu schaukeln, und er erzählte ihr dieWelt, das heisst seine Geschichten, die er in kühner Lehr-haftigkeit als die Geschichte der Welt darzustellen wusste,— eines Stammbaums verzweigtes Gebreite, eine aus Gotterwachsene und von ihm betreute Familiengeschichte.
Er lehrte sie den Anfang, Tohu und Bohu und ihre Ent-mischung durch Gottes Wort; das Werk der sechsTage undwie das Meer auf des Wortes Geheiss sich mit Fischen, derRaum danach unter der Feste des Himmels, wo die Lichterstanden, mit vielem Gefieder, und die grünende Erde mitVieh, Gewürm, und allerlei Tieren füllte. Er liess sie dierüstige und heiter pluralische Aufforderung Gottes hörenan sich selbst, den unternehmenden Vorsatz: „Lasst uns
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