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Thamar
Entstehung
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des Fleisches war, sondern dämonisch genannt werdenmusste. Sie hatte bewundernswert schöne und eindringlichsprechende braune Augen, fast kreisrunde Nasenlöcher undeinen stolzen Mund.

Was Wunder, dass Jaakob angetan von ihr war und siean sich zog zum Lohn ihrer Bewunderung? Er war ein ge-fühlsliebender Greis, der nur darauf wartete, noch einmalfühlen zu können; und um uns Alten einmal noch das Ge-fühl zu wecken, oder doch etwas, was mild und verhüllt andas Gefühl unsrer Jugend erinnert, muss schon was Be-sonderes kommen, das uns durch seine Bewunderung stärkt,astartisch zugleich und geistlich begierig nach unsererWeisheit.

Thamar war eine Sucherin. Die Falten zwischen ihrenBrauen hatten nicht nur den Sinn des Zornes über ihreSchönheit, sondern auch den angestrengter Bemühtheit umWahrheit und Heil. Wo in der Welt trifft man die Gottes-sorge nicht an? Sie kommt vor auf Königsthronen und inärmlichsten Bergweilern. Thamar war eine ihrer Trägerin-nen, und die Unruhe, die sie erregte, störte und erzürntesie eben um der höheren Unruhe willen, die sie trug. Manhätte dies Landeskind vom Dorfe für religiös versorgt hal-ten sollen. Der Wald-und Wiesen-Naturdienst jedoch, denman ihr überlieferte, hatte ihrer Eindringlichkeit, schonehe sie Jaakob hörte, nicht wollen Genüge tun. Sie kammit den Baalim und Fruchtbarkeitsgöttern nicht aus, dennihre Seele erriet, dass Anderes, Überlegenes in der Weltwar, und angestrengt spürte sie ihm nach. Es gibt sol-che Seelen: ein Neues und Änderndes braucht nur in der

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