Druckschrift 
Thamar
Entstehung
Seite
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das Glimmen, die Falschheit und Trübnis des Verdachtesin seinen Greisenblick, vor der sie, in der Rede stockend,die Augen niederschlugen. Aber was wollte das sagen? DieAugen schlägt wohl ein Mensch schon nieder, wenn er nurweiss,dass der andere Argwohn hegt. Es muss nicht Schuld-bewusstsein bedeuten; auch züchtige Unschuld und Mit-leid mit dem am Misstrauen Kranken mag sich darin aus-drücken. So wird man zulezt des Verdachtes müde.

Man lässt ihn schliesslich auf sich beruhen, besonderswenn seine Bestätigung, vom einmal Geschehenen nichtzu reden, auch an der Zukunft, an der Verheissung, an al-lem, was ist und sein soll, nichts ändern könnte. Die Brüdermochten der zehnköpfige Kain, sie mochten Brudermördersein, — sie waren doch, was sie waren, Jaakobs Söhne, daseinmal Gegebene, womit man zu rechnen hatte, sie warenIsrael. Jaakob nämlich hatte beschlossen und sich gewöhnt,den Namen,den er sich am Jabbock errungen, und von demer hinkte, nicht auf seine Einzelperson allein zu beziehen,sondern ihm eine weitere und grössere Meinung zu geben.Warum nicht? Da es sein Name war, schwer errungen biszum Morgenrot, durfte er darüber verfügen. Israel, so solltenicht mehr nur er persönlich genannt sein, sondern alles,was zu ihm, dem Segensmanne,vom zweiten bis zum spätest-niemals spätesten Gliede noch in allen Verzweigungen undSeitenverwandtschaften gehörte, die Sippe, der Stamm, dasVolk, dessen Zahl wie der Sterne Zahl sein sollte und wiedes Sandes am Meer. Die Kinder, denen zuweilen erlaubtwar, um Jaakobs Kniee zu spielen, — sie waren Israel, zu-sammenfassend nannte er sie so, zu seiner Erleichterung