Druckschrift 
Thamar
Entstehung
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machte — dass nämlich Joseph geborgen war als ein ewigSiebzehnjähriger in seinem Schoss und Schutz —, hatte dieweiche, pathetische Seele sich ernstlich einzubilden begon-nen, sie sei der Opfertat Abrahams fähig gewesen. Zu Got-tes Ehren geschah diese Einbildung und zu seinen eigenen.Nicht wie ein Unhold hatte Gott ihn beraubt und ihmtückisch das Liebste entwendet, sondern nur angenommenhatte er, was man ihm dargeboten wissentlich und in Hel-denmut — das Liebste. Glaubt es oder nicht, dies machteJaakob sich vor und bezeugte es sich um seines Stolzes wil-len, dass er in der Stunde, als er Joseph nach Schekementliess auf die Reise, das Isaaksopfer vollbracht und frei-willig, aus Liebe zu Gott, den Allzugeliebten dahingegebenhabe. Er glaubte es nicht immer — zuweilen gestand er sichmit Zerknirschung und unter wiederfiiessenden Tränen,dass er nie und nimmer fähig gewesen wäre, sich für Gottden Teueren vom Herzen zu reissen. Aber der Wunsch, eszu glauben,obsiegte zuweilen;und machte er es nicht mehroder weniger gleichgültig, wer Joseph zerstückelt hatte?

Der Verdacht—gewiss, er war trotzdem da, er nagte, aberdoch nur noch leise und nicht zu jeder Stunde; zuweilenschlief er in späteren Jahren und beruhte auf sich. Die Brü-der hatten sich das Leben unterm Verdacht, unterm halbfalschen Verdachte, elender vorgestellt, als es denn schliess-lich doch war. Der Vater stand gut mit ihnen, es war nichtanders zu sagen. Er sprach mit ihnen und brach mit ihnendas Brot; er nahm an ihren Geschäften und an den Freudenund Sorgen teil ihrer Hütten, er sah sie an, und nur zu-weilen, nur zeitweise, in schon recht grossen Abständen, trat

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