ander zuraunten: „Seht, Israel besinnt seine Geschichten!“Ausdruck macht Eindruck, das ist nun so. Die beiden habenimmer zusammengehört, und immer wohl hat es jener aufdiesen ein wenig abgesehen, wobei nichts zu lachen ist,wenn es sich nicht um hohle Gaukelei handelt, sondernwirkliche Geschichtenschwere obwaltet und gelebtes Lebenhinter dem Ausdruck steht. Dann ist höchstens ein ehrer-bietiges Lächeln am Platze.
Thamar, das Landeskind, kannte auch dieses Lächelnnicht. Sie war tief beeindruckt von Jaakobs Grossartigkeit,sobald sie in seinen Kreis trat, was nicht erst durch Juda,Lea’s Vierten, und durch seine Söhne geschah, von denenzweie sie nacheinander heirateten. Dies ist bekannt nebstseinen unheimlichen und halb rätselhaften Begleitumstän-den, dem Verderben der beiden Judasöhne. Aber nichtbekannt, da die Chronik es übergeht, ist das VerhältnisThamars zu Jaakob, obgleich es doch die unentbehrlicheVoraussetzung zu der Episode und merkwürdigen Rand-handlung unserer Geschichte ist, die wir hier einschalten,— nicht ohne uns dabei an die Tatsache gemahnt zu füh-len, dass diese Geschichte, die man wohl verführerisch nen-nen kann, da sie uns zu so genauer Ausführlichkeit ver-führt, die Geschichte Josephs und seiner Brüder, selbst nureine anmutige Einschaltung ist in ein Epos ungleich ge-waltigerer Masse.
Hatte Thamar, das Landeskind, die Tochter schlichterBaals-Ackerbürger, die in der Episode einer Episode lebte,eine Vorstellung von dieser Tatsache? Wir antworten: Al-lerdings hatte sie eine solche. Ihr zugleich anstössiges und