XLVII, das Kapitel der Versammlung und des Be-kenntnisses, war am zweiten Tage des neuen Jahres aufgut Glück begonnen worden, und ich erinnere mich, daßich am Abend dieses Tages Schuberts herrliches B-dur-Trio wieder einmal hörte, in Sinnen über den glücklichenZustand der Musik, den es darstellt, über die Schicksaleder Kunst seither, über das verlorene Paradies. Das Lesenvon Prosa Mörikes begleitete die Arbeit, und besondersimponierten mir und erregten meinen Neid die Heinzel-männchen von Stuttgart durch die natürliche und scheinbarganz unstudierte Handhabung des älteren Deutsch. Indiesen Tagen geschah es, daß eine Annonce mir vorAugen kam, die mich, sehr unvernünftigerweise, ge-radezu ungeheuerlich und wie ein toller Irrtum anmutete.Aus Zürich traf Oprechts Sortimentskatalog ein, der, inklarem Druck, den Faustus mit vollem Titel und untervorläufiger Angabe des Preises für den Leinenband alsNovität anführte! Ich kann die Gefühle von Unglauben,Beklemmung, Erschrecken, wie über eine gutgemeinte,aber peinliche Indiskretion, nicht schildern, mit denenich die Ankündigung las. Noch lag ich im Kampf mitdem Buch, und bis zum letzten Wort lebt man bei solcherArbeit ja in der Vorstellung, daß entscheidende Schwie-rigkeiten noch zu überwinden sind und das Getane nocherst der Rettung bedarf durch das Verbleibende. Als Fer-tigware in Leinen angeboten zu sehen, was mir so un-fertig schien, wirkte als greuliche Voreiligkeit; außerdemaber, bei aller privaten Mitteilsamkeit darüber, die meineErfülltheit sich von jeher gegönnt hatte, war mir der Ge-danke des Öffentlichwerdens dieses Lebens- und Geheim-werks und seiner Allerweltsexistenz als Buch unter Bü-
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