ich mich bei den immer gegenstandsloser werdendenVisiten der Ärzte noch zu beklagen hatte. Zum gutenTeil war sie den ewigen, bis gegen das Ende des Aufent-halts fortgesetzten Penicillin-Gaben zuzuschreiben, die-sem sicher preiswürdigen Schutzmittel, das aber auf dieDauer wie Harpyenunrat die Speise schändet und, da diesranzeWelt schließlich nachPenicillin riecht und schmeckt,größte Unlust zum Essen erzeugt. Eine gewisse kritischeHeiklichkeit der Sinne ist aber an und für sich diesemzarten Zustand eigen, der sich für vieles zu fein findet,was einem gröberen Dasein ansteht. Das zeigte sich inmeiner mich selbst befremdenden Ablehnung geistigerGetränke. Der edelste Südwein, den Medi Borgese mirgleich ins Zimmer gestellt, war unannehmbar oder mun-dete doch nicht im geringsten. Selbst für das leichte ame-rikanische Bier fand ich mich zu gut. Was ich dagegenin Mengen, zu jeder Mahlzeit, trank, war Coca Cola, —dies populäre, aber freilich auch von Kindern bevorzugteGebräu, an dem ich weder vorher noch nachher je Ge-schmack gefunden habe, das nun aber plötzlich mein einund alles war.
Die Wiederkehr der Kräfte, ja der freien Bewegungs-möglichkeit wurde durch diese Launen und Verweige-rungen des Organismus nicht aufgehalten. Wie schwerüberwindlich schien erstmals die kurze Strecke von mei-ner Zimmertür rechtshin zu dem Gesellschaftsraum amEnde des Korridors 1 Bald legte ich am Arm meiner Frauoder der Nachmittagsschwester ein Vielfaches dieser Ent-fernung zurück auf den weit herumführenden Gängendes Stockwerks, wo immer aus den Lautsprechern dieNamen irgendwo angeforderter Ärzte klangen. Es kam