zu Rückfällen in Über-Temperatur, teilweise außer Bett,im Bett nur vormittags, lesend und schlummernd, ver-brachte. Eine Krise im Schoß der «UnitedNations» wegenIrans und des von Churchill angeregten englisch-ameri-kanischen Militärbündnisses, dazu das Rede-Duell zwi-schen ihm und Stalin spielten sich eben ab. Churchillsprach elegant und Stalin grob, ganz unrecht,' fand ich,hatte keiner. Das findet man allermeist, und nur einmalim Leben, zu meiner Erbauung, habe ich’s nicht so ge-funden. Hitler hatte den großen Vorzug, eine Vereinfa-chung der Gefühle zu bewirken, das keinen Augenblickzweifelnde Nein, den klaren und tödlichen Haß. Die Jahredes Kampfes gegen ihn waren moralisch gute Zeit.
Ein Hin und Her von halber Genesung und Rückfällenin fiebrige Zustände folgte. Ich fuhr und ging etwas aus,aber es wollte nicht gut tun, und namentlich die sonst sogeliebte Seebrise schadete mir. Zum Tee sah ich Gäste,aber meine Frau brachte dann wohl mit Kopfschüttelndas oben liegengelassene Thermometer, das wieder mehrals 38 zeigte, und schickte mich zu Bette. Viel rekapitu-lierte ich Nietzsche, besonders die Schriften aus den frühensiebziger Jahren und Nutzen und Nachteil der Historie undmachte Notizen. Den 75. Geburtstag meines Bruders be-gingen wir mit einer kleinen Abendgesellschaft, und icherinnere mich an ein lebhaftes Gespräch mit ihm über denGegenstand meines Vortrags. Auf seinen Wunsch über-nahm damals Dr. Friedrich Rosenthal meine Behandlung.Er wandte Injektionen meines eigenen Blutes an, die nichtsfruchteten, und versuchte es dann mit einer Empirin-Bel-lergal-Kur, um kein Fieber mehr aufkommen zu lassen.Unterdessen hatte er die letzten Röntgen-Aufnahmen der
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