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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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monie von Los Angeles. Wir scheuten nicht die langeFahrt und hörten von dem häßlichen kleinen Hexenmei-ster, der soviel von der Faszinationskraft des dämoni-schen Fiedlers besaß, Beethoven, Bach (eine Chaconne,bei der er eigentümliche Orgelwirkungen seiner Geigeabgewann), eine liebenswerte Sonate von Cesar Frankund zigeunerhafte Zugaben. Wir waren bei ihm im Ge-dränge des Künstlerzimmers nachher. Er jubelte, als eruns sah. Bekanntschaft und Sympathie waren alt und inMünchen, Salzburg, Zürich, dem Haag (wo wir beimdeutschen Botschafter zusammen wohnten) und NewYork immer erneuert worden. Am 5. war er bei uns zumEssen und lud uns in sein Landhaus über Vevey ein,wenn wir, wie geplant, nach Europa kämen. Er war tot,als wir die Schweiz wiedersahen. —

Ein anderer gedenkenswerter Besuch war der des ka-nadischen Meisterphotographen Karsh, desselben, der dasberühmte Bildnis Churchills mit dem grimmig sinnendenLächeln hergestellt hat. Dieser hatte ihm fünf Minuten ge-währt, und er rühmte sich, ihm für diese Frist die Zigarreweggenommen zu haben.Bei mir mochte er gemächlicherVorgehen. Mit großem Apparat, der wiederholt Kurz-schluß verursachte, arbeitete er beinahe zwei Stundenlang mit mir an einer Serie von Aufnahmen, von deneneinige an glücklich abgefangener «Ähnlichkeit» und plasti-scher Lichtwirkung wirklich das Vollendetste darstellen,was ich nicht nur von eigenen Bildern, sondern überhauptje gesehen habe. Nur schade, daß ich gerade damals als Mo-dell in so schlechter Form war und die sonst unvergleichli-chen Portraits eine Bläßlichkeit der Züge und spitzige«Vergeistigung» zeigen, die wenig Authentisches hat.

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