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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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schlossenheit an die Grenze zu gehen, trägt das Signum,die Wundmale des «utmost». Dies war es, das Gefühl desWillens zum äußersten Abenteuer, was mich an Werfelsutopischen Nachlaß-Roman Der Stern der Ungeborenen fes-selte, den ich jetzt las. Der Übersetzer, Gustav Arlt, über-ließ mir dasMaschinenmanuskript des Originals. Ein Ka-pitel daraus, die Gymnastenfahrt der chronosophischenSchulklasse in den interplanetaren Weltraum, hatte derVerstorbene als Geburtstagsgabe an mich für das Juni-Heft der «Neuen Rundschau» beigesteuert. Es schließtmit dem mystischen Paradoxon, daß eine Größe an Größesich selbst übertreffen, die Energie eines Lichtgestirnsgrößer sein kann als sie selbst, und daß dies die Situationdes Wunders, des Liebesopfers, der Selbstzerstörung ist«durch Glorifikation». Die moralische Poesie des Gedan-kens (wenn man es einen Gedanken nennen kann) hattemich damals eigentümlich tief berührt, und Werfel hatmir gesagt, daß er seinetwegen dies Kapitel für mich aus-gesucht habe. Etwas von seiner Transzendenz fand ichwieder in dem ganzen gleichsam schon nach dem Todedes Dichters, bei vernichtetem Herzen, geschriebenen,durchaus spiritistisch wirkenden Werk, dessen Kühnheitdem Leben nicht mehr recht angehört, und das man künst-lerisch nicht glücklich nennen kann. Zeichnung, Rede,Seelenleben dieser Hunderttausende von Jahren nach unsauf der sowohl übervergeistigten wie übertechnisiertenErde lebenden Menschen haben etwas — ich wiederholedas Wort — spiritistisch Leeres und Hohles, und mancheganz unausdenkbaren Erfindungen zur Kennzeichnungdieses unendlich fernen Erdenlebens, zum Beispiel dieLichtreklame mit Sternen oder daß man sich zu einem

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