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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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gewohnten Turnus von Arbeit, Lektüre, Marschieren ge-gen das Meer hinab, Briefdiktaten und handschriftlicherKorrespondenz. «Warum nur alle, die einwandern wollenoder einen ‘job’suchen, sich an mich wenden l»Frage andas Schicksal. — Die Vorbereitungen zum dreigeteiltenXXXIV. Kapitel begannen sogleich mit dem neuen Jahr1946, dessen erster Tageseintrag dem Faustus als Ganzemgalt, und zwar im Zusammenhang mit der Durchsichtvon Max Osborns Memoiren , für die mich der Autor umein Vorwort ersucht hatte. Ich las da von Menzel, Lieber-mann, Klinger, Lesser-Ury, Bode, dem Museumsgewal-tigen. «Lauter Persönlichkeiten I Ich glaube, ich bin keine.Man wird sich an mich so wenig erinnern wie etwa anProust.» Und plötzlich: «Wieviel enthält der Faustus vonmeiner Lebensstimmung 1 Ein radikales Bekenntnis imGrunde. Das war das Aufwühlende, von Anbeginn, andem Buch.»

An einem der nächsten Nachmittage war ich bei Adorno.Er und seine Frau hatten das Manuskript gleichzeitiggelesen, hatten die Blätter einander aus der Hand genom-men, und ich, der Zweifelnde, horchte begierig auf ihrenBericht über die Beteiligung, Spannung, Erregung, mitder sie es getan. Daß der Verfasser der Philosophie der mo-dernen Musik durchaus gute Miene zu der Art machte, wieich meinen werkfeindlichen Teufel mit etwelchen seinerzeitkritischen Apercus «in die Kunst hatte hineinhofieren»lassen, wie Adrian es ausdrückt, erleichterte mein Ge-wissen. Mit ihm allein in seinem Arbeitszimmer konnteich viel Gutes und Kluges von ihm hören über Größeund Schwierigkeit des Vorwurfs. Manches von dem Ge-schriebenen war ihm durch Vorlesungen bekannt, meh-

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