unser kleines Fest zu Ende gehen, ohne die Nachrichtlaut werden zu lassen, und saßen nach Weggang der Gä-ste lang in bewegtem Gespräch beisammen. Am nächstenMorgen waren wir bei Alma. Es waren dort Arlts, Neu-manns, Mme. Massary, Walters und andere. Liesl Frankfuhr vor, als wir ankamen. «Ein gutes Jahr, was meintihr ?» sagte sie bitter. — Eine leichte Kränkung durch denAbbruch, den dieser Tod ihrem eigenen Leide tat, warihr wohl anzumerken. Und liegt denn nicht wirklich imKünstlertode, in der Verewigung, dem Eintritt in die Un-sterblichkeit etwas Apotheotisches, das der liebend Ver-bleibende nicht durchParallelfälle konkurrenziert zu sehenwünscht ?
Ich hatte fern sein müssen bei Franks Bestattungsfeier;derjenigen Werfels, am 29., wohnten wir bei. Sie geschahin der Kapelle der Begräbnisgesellschaft vonBeverly Hills.Die Blumenpracht war groß, und zahlreich die Trauer-versammlung, die viele Musiker und Schriftsteller ein-schloß. Die Witwe, Mahlers Witwe und nun die Werfels,war nicht zugegen. «Ich bin nie dabei», hatte die groß-artige Frau gesagt, — ein Ausspruch, der mir in seinerEchtheit so komisch nahe ging, daß ich nicht wußte, obes Lachen oder Schluchzen war, was mir vorm Sarge dieBrust erschütterte. Lotte Lehmann sang im NebenraumzuWalters Begleitung.DieGedenkrededes Abbe Moeniusverzögerte sich lange beim immer verlegener werden-den Präludieren der Orgel, da Alma im letzten Augen-blick das Manuskript zu energischer Nachprüfungeingefordert hatte. Moenius sprach nicht als Vertreterder Kirche, sondern als Freund des Werfel’schen Hau-ses, aber seine Rede, mit Dante-Zitaten anstelle der
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