rieh und dem Schriftsteller Heinrich Eduard Jacob beimWein zusammen, und dieser erzählte aus offenbar unaus-löschlicher Erinnerung von seinen Erfahrungen im Kon-zentrationslager, wobei er Äußerungen über das Archa-ische auf dem Grunde der Volksseele tat, die überraschendmit gewissen Bemerkungen darüber in den Anfängen desFaustus übereinstimmten. — Mit Ake Bonnier und seineramerikanischen Frau fuhren wir hinaus nach Old Green-wich zu Bermanns, wo zahlreiche Gesellschaft war undgute Musikanten sich mit Schuberts B-dur-Trio erquick-lich hören ließen. Viel freundschaftlich-gesprächreichesZusammensein gab es mit Erich Kahler. Den Abend des6. Juni selbst verbrachten wir in engstem Kreise beiBrunoWalter. Hubermann war da, nach dem Essen fanden nocheinige Freunde sich ein, und die beiden Meister spieltenMozart zusammen, — ein Geburtstagsgeschenk, wie esnicht jedem geboten wird. Ich wog Hubermanns Bogenin der Hand, der mir überraschend schwer erschien. Wal-ter lachte. «Ja, die Leichtigkeit», sagte er, «das ist er, nichtder Bogen!»
Ein politisches Bankett der «Nation Associates» war aufden 25. angesetzt. Mit unserer Tochter Monika verbrach-ten wir zehn Tage auf dem Lande, am Lake Mohonk, Ul-ster County, in den Vorbergen der Rocky Mountains. Dasstattliche, imSchweizerStil gebaute Hotel,MountainHousegenannt, von Quäkern geleitet, liegt am See in einer Park-landschaft mit felsigen Hügeln, einer Art von gehegtemGralsgebiet viktorianischenGeschmacks, in das kein frem-der Wagen einfahren darf, mit allerlei «outlooks», Türm-chen und Brückchen zierlich versehen, ein altmodischerKurort ohne Kur, wenn man nicht etwa die Enthaltung
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