aber lobte er die eingewobene Musikbeschreibung, derenModell (das Vorspiel zum dritten Akt der Meistersinger) eraber merkwürdigerweise nicht erkannte. Er täuschte sichüber die Dimensionen und glaubte an ein viel längeresStück eigener Erfindung, — was ich nicht als Schadenempfand. Die Hauptsache war mir, daß ich ihn wiedereinmal mit der musikalischen Sphäre des Buches in Kon-takt gebracht und ihn dafür erwärmt hatte. Mit Schön-berg, so hoch er ihn stellte, hielt er persönlich nicht Um-gang, — was sich wahrscheinlich daraus erklärte, daß derMeister den kritischen Einschlag in der Verehrung desJüngers witterte. Dagegen traf man im Hause SchönbergHans Eisler, an dessen sprühendem Gespräch ich immerdas heiterste Gefallen fand. Besonders wenn es um Wag-ner ging und die komische Ambivalenz seines Verhält-nisses zu dem großen Demagogen, wenn er ihm «auf dieSprünge kam», den Finger in der Luft schüttelte und rief:«Du alter Gauner!» konnte ich mich ausschütten vor La-chen. Ich erinnere mich, wie er und Schönberg einesAbends, übrigens auf mein Betreiben, am Klavier die Par-sifal-Harmonik nach unaufgelösten Dissonanzen durch-suchten. Es gab genau genommen nur eine: in derAmfortas-Partie des letzten Aktes.Eine Erörterung archa-ischer Formen der Variation, nach denen ich mich ausguten Gründen erkundigt hatte, folgte nach, undSchönberg schenkte mir ein aus Noten und Ziffernbestehendes Bleistift-Autogramm, das dergleichen veran-schaulichte.
Kierkegaards Entweder - Oder war damals zu mir ge-langt, und ich las es mit tiefer Aufmerksamkeit. «Seinetolle Liebe zu Mozarts Don Juan. Die Sinnlichkeit, vom
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