Sätzen von Bach; ein Quartett mit Oboe, für die die Vio-line eintrat, von einem anwesenden ungarischen Kompo-nisten. Wir speisten mit Charles Laughton, dem unheim-lich amüsanten und hintergründigen Schauspieler, dernachher in seinem europäischen Englisch bewunderns-wert aus dem Tempest vortrug. Nicht Paris noch dasMünchen von 1900 hätte einen Abend von intimererKunststimmung, Verve und Heiterkeit zu bieten gehabt.
Adorno gab mir damals seine sehr kluge Abhandlungüber Wagner zu lesen, deren kritischer Gebrochenheitund nie ganz ins Negative abgleitender Aufsässigkeit esnicht an Verwandtschaft mit meinem eigenen VersuchLeiden und Größe Richard Wagners fehlt. Es war wohl dieseLektüre, die mich eines Abends bestimmte, mir Aufnah-men von Elsas Traum, mit dem magischen Einsatz derp.p.-Trompete bei den Worten «In lichter Waffen Scheine— ein Ritter nahte da», und die Schlußszene von Rhein-gold mit ihren gehäuften Schönheiten und Sinnigkeitenwieder vorzuführen: dem ersten Auftauchen der Schwert-Idee, der wundervollen Manipulation des Walhall-M.o-tivs, Loges genial charakterisierenden Zwischenreden,diesem «Glänzt nicht mehr euch Mädchen das Gold» undvor allem dem unbeschreiblich sentimental zu Herzen ge-henden «Traulich und treu ist’s nur in der Tiefe» desRheintöchter-Terzetts. «Die Dreiklangwelt des Ringes »,gesteht das Tagebuch, «ist im Grunde meine musikali-sche Heimat.» Allerdings ist hinzugefügt: «Und doch wer-de ich am Klavier des Tristan- Akkordes nicht satt.» —
Übrigens war die Musik jetzt nicht handlungsaktuellbeimFortschreiben in demRoman,denich sehr bald wiederaufgenommen hatte. Mit Kapitel XXIII drang ich ein in