spräche, zu denen ich übrigens ein unter alten Papierenmitgeführtes Dokument, eine deutsche Jugend-Zeitschriftaus der Wandervogel-Sphäre, oder einer ähnlichen, be-nutzte, fiel ein denkwürdiges literarisches Vorkommnis,das mich Tage lang aufs persönlichste beschäftigte. Ausder Schweiz trafen die beiden Bände von Hermann HessesGlasperlenspiel ein. Nach vieljähriger Arbeit hatte derFreund im fernen Montagnola sein schwierig-schönesAlterswerk vollendet, von dem mir bisher nur die großeEinleitung durch den Vorabdruck in der «Neuen Rund-schau» bekannt geworden war. Oft hatte ich davon ge-sagt, diese Prosa stehe mir so nahe, «als wär’s ein Stückvon mir». Des Ganzen nun ansichtig, war ich fast er-schrocken über seine Verwandtschaft mit dem, was michso dringlich beschäftigte. Dieselbe Idee der fingiertenBiographie — mit den Einschlägen von Parodie, die dieseForm mit sich bringt. Dieselbe Verbindung mit der Mu-sik. Kultur- und Epochenkritik ebenfalls, wenn auchmehr träumerische Kultur-Utopie und -Philosophie, alskritischer Leidensausbruch und Feststellung unserer Tra-gödie. Von Ähnlichkeit blieb genug, — bestürzend viel,und der Tagebuch-Vermerk: «Erinnert zu werden, daßman nicht allein auf der Welt, immer unangenehm» —gibt diese Seite meiner Empfindungen unverblümt wie-der. Es ist eine andere Fassung der Frage in GoethesDiwan: «Lebt man denn, wenn Andre leben ?» und klingtübrigens an gewisse Äußerungen Saul Fiteibergs an überdie Unwilligkeit der Künstler, von einander zu wissen,Äußerungen, bei denen ich aber nicht an mich dachte.Redliche Geringschätzung für die Mittelmäßigkeit, dievon Meisterschaft nicht we i ß und also ein leichtes, dum-
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