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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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ich den Roman, ich darf wohl sagen, nicht einen Augen-blick aus meinen Gedanken gelassen. Von Martin Gum-pert, dem Arzt, hatte ich medizinische Werke über dieLues des Zentral-Nervensystems erhalten, in denen ichmich während der Reise umsah, und die mich wieder andas Alter einer Konzeption erinnerten, welche lange war-tend hatte anstehen, lange auf ihre Stunde, auf die «Fülleder Zeit» hatte warten müssen. Mir fiel ein, daß ich schon1905, vier Jahre also nach jener frühesten Merkzeile imNotizbuch, mich in München, beim Buchhändler Schü-ler, Maximilianstraße, nach solchen Büchern erkundigt —und damit die unverkennbare freundschaftliche Besorg-nis des Mannes erregt hatte. Seinen erschrocken steigen-den Brauen war anzusehen, daß er ein allzu persönlichesInteresse für diese Literatur bei mir vermutete.

Überhaupt war meine Lektüre in Zügen und Hotel-zimmern durchaus von loserer oder engerer «Zugehörig-keit» bestimmt gewesen. Nichts anderes ging mich an,konnte mich fesseln, — ausgenommen etwa, wenn mandas eine Ausnahme nennen kann, Zeitungsberichte überdie Ereignisse des Tages, die Zeitbloms Angelegenheitwaren, so gut wie meine: die Moskauer Konferenz Hulls,Edens und Molotows etwa und korrespondierende po-litisch-militärische Notversammlungen bei MarschallKeitel. EinBand mit Schwänken des 16. Jahrhunderts hattemich begleitet, — denn mit einem Fuß stand meine Er-zählung ja immer in jener Zeit, sie war streckenweisesprachlich danach zu färben, und in freien Stunden hattemich unterwegs das Ausziehen altdeutscher Worte undWendungen beschäftigt. Ich las Marlowes Faust-Dtamaund ein deutsches Buch über Riemenschneider im Bauern-

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