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der Bibliothek beurkundet, indem ihr Name auf dem Einband festgehaltenist. So steht Abt Georg Rauch (1578—1598) in den Pergamenthandschriften108—110; der Abt hatte die 2 durch Buchmalerei wertvollen Stücke 108und 110 wohl erst erworben. Schon vor Abt Georg hatte sich einer seinerVorgänger, der ebenfalls durch seine Gelehrsamkeit bekannt gewordeneAbt Nicolaus Büchner • (1538—1567) in einem Einband verewigt — Per-gamenthandschrift 104 —; von seinem Bruder Matthias, einem berühmtenTübinger Mediziner, hatte das Kloster wertvolle Bücher erhalten. Auchschon Büchners Vorgänger, Sebastian Müller (1515—1538 bezw. 1555), dereine Reihe von neuen Bauten aufführen ließ, hatte Interesse für die Bi-bliothek bewiesen durch Stiftung von Klassikerdrucker] und sich durcheinen Eintrag in Pergamenthandschrift 30 dauerndes Andenken gesichert.
Aus dem ersten Teil des 17. Jahrhunderts stammt der erste, um-fassende Katalog der Bibliothek von P. Georg Haller (s. Papierhand-schrift 178). Dann ist wieder lange nichts mehr von der Bibliothek be-kannt geworden, und die schlimmen Erfahrungen, die im ersten Teil desfolgenden Jahrhunderts der berühmteste Gelehrte, den Zwiefaltens Mauerngeborgen haben, der Geschichtschreiber des Benediktinerordens MagnusZiegelbauer, in seinem Heimatkloster machte und t die ihn aus dessenSchoß forttrieben, werfen ein recht ungünstiges Licht auf das geistigeLeben der Abtei. Auch steht der beachtlichen Reihe von Gelehrten undSchriftstellern, die das Kloster im 17. Jahrhundert gestellt hatte und vonderen reger Tätigkeit noch eine große Zahl von Handschriften in denKlosterbeständen, die Nummern 173—217 der Papierhandschriften, zeugen— es sei nur an Ott, der noch ins 16. Jahrhundert hineinragt, an Mezler,der schon „der Pindar Schwabens" genannt worden ist, an Bochenthaler,der als Theologe, wie als Historiker und Archäologe glänzte, an Suiger,den hochverdienten Geschichtsschreiber des Klosters, erinnert —, all diesenbekannten Namen steht im 18. Jahrhundert neben Ziegelbauer nur Knittlgegenüber. Es ist auch schon mit Recht auf die auffällige Blöße hinge-wiesen worden, daß dem Kloster im IS. Jahrhundert kein Geschicht-schreiber erstand, wo ja von Suiger so glänzend der Grund gelegt gewesenwäre, während damals Weingarten sich im Ruhme seines Heß sonnen konnte.
Die äußere Machtstellung des Klosters war nicht zurückgegangen;im Gegenteil. Im Streit mit Württemberg, den Zwiefalten jahrhunderte-lang um seine Selbständigkeit zu führen gehabt hatte gegen die Ansprücheauf die Schutzvogtei, hatte die Abtei 1750 insofern einen schließlichen Er-folg errungen, als sie ihre Reichsunmittelbarkeit damals anerkannt bekam.Im Laufe des 18. Jahrhunderts war auch der Ruhm der Zwiefaltner Bü-cherei in immer weitere Kreise gedrungen. Es war die Zeit der Biblio-theksreisen und in den Berichten darüber wurden die jeweils geschautenWunder urbi et orbi verkündet. Allerdings ist hier der Ruhm der Wein-gartner Bibliothek viel größer geworden; diese ist ja auch größer undwertvoller gewesen, aber es mag zugleich der Umstand mitgespielt haben,daß Zwiefalten mehr abseits von den großen Verkehrslinien lag. So sprichtder berühmte Mabillon in seinen Berichten nicht von Zwiefalten, ebensowenig der Hofrat Zapf, und ganz besonders bezeichnend ist, daß Ziegel-bauer im Kapitel de bibliothecis Sueviae von seinem alten Heimatklosterschweigt. Aber der bekannte Fürstabt von Sankt Blasien, Martin Gerbert,schildert die Zwiefaltner Bibliothek eingehend 1 '"'). Er weist auf den Reich-tum an Augustinhandschriften hin und auf die mancherlei Werke vonHieronymus und Gregor. Im einzelnen erwähnt Gerbert von Beda dieNummern 85 und 26, weiterhin unter den Kirchenvätern 33, 36, 35, 34, 37,140, 48, 183, 28 und 69, unter den Geschichtsschreibern 168, 169, 170, 173 und167; welche besonderen Handschriften von Anselm und Haimo er meint,bleibt unklar. Am eingehendsten behandelt er die zwei Homiliensamm-lungen 45 und 49. Dann werden noch die zwei Handschriften der RegulaBenedicti mit Übersetzung, 138 und 156, hervorgehoben, dazu die heuteverschollene Nummer 142 mit den Consuetudines von Wilhelm, und end-lich die Bibel Pergamenthandschrift 2, während von allen Papierhand-schriften nur das eine Stück von Seuse, 28, erwähnenswert schien. Nicht
") M. Gerbert, Iter alemannienm .., 17G5, p. 200 seqq.