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denen er zurückgetreten war, wonach er erst auf dringliche Bitten sichwieder dazu verstanden hatte, auf den Abtstuhl zurückzukehren.
Im 13. Jahrhundert ging es mit dem Kloster rasch bergab. Aus derersten Hälfte stammt eine Handschrift, mit der noch einmal der Nameeines späteren Abtes, Reinhards von Munderkingen (1232—1234 bezw.1254), verbunden ist. Reinhard hielt es sogar für angezeigt, sein Bild unddas des Malers in dieser Handschrift verewigen zu lassen: aber eben dieseErzeugnisse der Buchkunst zeigen, in welch großem Abstand künstlerischesSchaffen im Kloster damals von dem in der Blütezeit stand. Der Wohl-stand des Klosters sank schnell, eine Besitzung um die andere mußte ver-pfändet werden. Die Kämpfe zwischen Kaiser und Papst und die ewigenBürgerkriege in Schwaben verschonten auch das Kloster nicht. Im Jahre1245 traf die Abtei das Unglück, daß bei diesen Kämpfen die Niederlassungdurch Brand zerstört wurde. Die Mönche zerstreuten sich und es schien,als sollte Zwiefalten aus der Geschichte verschwinden. Doch wurde dasKloster noch einmal aufgebaut und erholte sich nach und nach wieder.Und daß auch in diesem und im folgenden Jahrhundert das geistige Lebennicht brach lag, bezeugen die zahlreichen Bücher aus dieser Zeit, die sichin der Sammlung einstellten. Freilich stehen sie in weitem Abstand vonden Werken aus der Blütezeit: und wenn sie auch zum großen Teil alsErzeugnisse des Klosters angesehen werden mögen, so verkünden sienicht viel Ruhm für seine Schreibstube und sein Maleratelier.
Aber es werden überhaupt viele als fremde Erwerbungen anzusehensein. Auf diesen Gedanken führt besonders auch das 15. Jahrhundert. Wieüberall, so birgt auch die Zwiefaltner Bibliothek zahllose Handschriftendieses tintenklecksenden Jahrhunderts, meist um so unerfreulicher, jemassenhafter sie auftreten. Gemäß dem Verschwinden des mittelalterlichenGeistes, wonach der Einzelne gegenüber der Gemeinschaft zurücktritt,erhalten die Bücher auch immer mehr ein persönliches Gepräge, indem derSchreiber nicht versäumt, sich zu nennen. Wir können jetzt dieHandschriften nach den Angaben der Zeit ihrer Niederschrift undihrer Schreiber vom Ende des 14. Jahrhunderts an genau verfolgen. Sindim Schlußteil des 14. nur erst einige in großen Abständen aufzuführen, soläßt sich von 1400 ab fast Jahr um Jahr das eine und andere oderauch mehrere Stücke anreihen 1 -), und meist sind bei ihnen zugleich auchdie Schreiber genannt. Wenn wir aber diese nicht unbeträchtliche Reihevon Schreibernamen 1 ') in der Liste der Zwiefaltner Professen") suchen,so finden wir dort nur 4 aus dem 15. Jahrhundert vertreten: JohannesWerncz (Lindner N. 832), Conrad Tegen (1233), Heinrich Meier (1246) undClemens Wernher (1291). Auch wenn man in Betracht zieht, daß dieProfessenliste nicht vollständig ist, so scheint es doch fast, als ob weitausdie Mehrheit des reichen Handschriftenzuwachses vom 15. Jahrhundertfremde Erwerbungen gewesen wären. Und doch war die zweite Hälftedieses Jahrhunderts für Zwiefalten wieder eine Blütezeit, was schon da-durch zum Ausdruck kam, daß dem Abt die Mitra zugestanden wurde.Im Jahr 1505 wurde auch ein prächtiges Bibliotheksgebäude vollendet.Ebenso wurden die Gefahren der Reformationszeit vom Kloster glücklichüberstanden.
Solche bessere Verhältnisse aus späteren Zeiten verrät auch wiederdie Bibliothek schon in Äußerlichkeiten. Wir finden in ihr aus jenen Zeiteneine Reihe von schönen Einbänden, manche davon als Erneuerung alterBände, was beweist, daß man der Bibliothek wieder besondere Aufmerk-samkeit zuwandte. Einzelne Männer des Klosters werden dabei als Freunde
1S ) 1303: 132, 1374: 7. 1393: 101, 13D5: 97, 1400: 41, 1404: 202. 1409: 97, 1410:46,II, 1411:23, 1417: 104, 1423: 230, 1424: 15,1425: 57, 1427: 123, 134, 1429: 43.1430: 82,1431:48, 1432: 4, 1433: 14 und 152, 1434: 6 und 20«, 1435: 140, 1430: 52 und 36, 1437: 66,1440: 20 und 83, 1442: 1, 2, 28, 40, 56, 1443: SS, 1440: 117 und 124, 1440: 117 und 124,1447: 168, 1448: 07 und 110,1450: 02, 1451: 74, 1453: 04, 1454: 34,1455: 89, 138, 139, 204.205, 1450: 45, 237, 1457: 19, 1459: 40, 1402: 33, 150, 1403: 99, 1404: 88, 151, 1405: 11,1400: 235, 1407: 224, 254, 1408: 12, 259, 1409: 3, 1473: 12, 70, 10, 1474: 100, 1477: 154,1487: 247, 1491: 10, 1492: 251, 1493: 132, 143; natürlich alles Papierhandschriften.
13 ) s. Liste im föegister.
14 ) s. P. Lindner, Profeßbuch der Benediktinerabtei Zwiefalten (= FünfProfeßbücher süddeutscher Benediktinerabteien, 3), 1910.