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Die Handschriften des Klosters Zwiefalten
Entstehung
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3. Die einzelnen Handschriften.

a) Pergamenthandschriften.

1 = Bibl. 8° 16, mit alter Signatur.

Biblia latina, cum interpretatione hebraieorum nominum.

416 Blatt, zweispaltig, mit Perlschrift des XIII./XIV. Jahrb.. auf dünn-stem Pergament; Initialen in blau-roter Federzeichnung (Lettres fleu-ronnees) teilweise über die ganze Länge der Spalten. Am Schiuli:In fine libri reddatur merces guillelmo cardinali.

Einband des 17. Jahrhunderts: Holzdeckel mit braunem, abgeriebe-nem Leder überzogen, worauf in Goldpressung Randverzierung undin der Mitte Kartusche mit Brustfigur von Porträtcharakter; Gold-schnitt; zwei Schließen verschwunden. Auf der Vorderseite des Per-gamentvorsatzblattes ein Kranz im Rokokostil eingemalt, in den mitMajuskeln eingeschrieben ist: Biblia / Sacra / Latina; darunter inKursive: Monasterij B. V. M. in / Zwiefalten. Unten auf der Seite einealte Signatur F. F. 77.

2 = Bibl. 8° 18, mit alter Signatur.

Biblia latina; am Schluß Concordantia evangeliormn, comes (dabeidas Fest des hl. Franziskus) und prologus Eusebii in psalterium miteiner kurzen Erklärung für diakritische Zeichen und Interpunktionen.

595 Blatt, zweispaltig, mit Perlschrift des XIII./XIV. Jahrh. auf aller-dünnstem Pergament (Jungfernpergament): Initialen in feiner, blau-roter Federzeichnung (Lettres fleuronnöes) meist über die ganze Längeder Spalten und außerdem am Anfang der Bücher feine Bildinitialen inDeckfarben, hauptsächlich Blau, Rot und Gold, zum Teil auch derganzen Spalte entlang, stockwerkartig aufgebaut. Wie die voran-gehende Handschrift, aber sie weit übertreffend, wohl französischenUrsprungs.

Einband des 16. Jahrhunderts, stark beschädigt und teilweise aus-gebessert: Holzdeckel mit dunkelbrauner, fast schwarzer, z. T. ab-gerissener Seide überzogen, worauf in Gold eingepreßt E. M. B. D. W./ G. W. H. Z. S. / 1576 (= Erhalte mich bei dem Wort Gottes,Wilhelm Herzog zu Sachsen). Die Goldpressung der Schrift ist aber fastganz verschwunden, auch ist ein Buchstabe vor dem 1. E nicht mehrzu entziffern; zwei Schließen bis auf Reste verschwunden. Goldschnitt.Auf den Herzog Wilhelm geht auch der Eintrag im Hinterdeckel:Wilhelmus Saxoniae Dux / haec sacra Biblia propriä / scripsit manu /Anno 1576, wobei die Zahl 15 abgeändert scheint; dies bezieht sichnatürlich nicht auf den Text der Handschrift, sondern auf den andernEintrag der ursprünglich leeren Seite 584r, zwischen Schluß des Bibel-textes und Conkordanz: Anno 76 / Herr erhalt mich Bey / DeinemWort, von anderer Hand.

Die Handschrift ist erwähnt von Martin Gerbert, Iter Alemannicum,1765, p. 207 (in der Übersetzung von 1767, S. 195), ferner von Philipp Wil-helm Gercken, Reisen I., 1783, S. 74, und von Heinrich Sander, Beschreibungseiner Reisen, 2, 1784, S. 429.

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