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fächere eher dem untergeordneten Zwiefalten zuzuweisen wären, möchtevielleicht für die allererste Zeit zutreffen, aber schon für die erste Hälftedes 12. Jahrhunderts, in die bereits die Blütezeit der Zwiefaltner Biblio-thek beginnt, nicht mehr, weil die Tochtergründung an Reichtum und Be-deutung das Mutterkloster außerordentlich rasch einholte, während anderer-seits letzteres selbst früh von seiner Glanzstellung herabzusinken begann.
Mag also auch unter den recht zahlreichen Handschriften der Bi-bliothek von Zwiefalten, die der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts ange-hören, manches Hirsauer Stück verborgen sein, so läßt sich doch fürZwiefalten selbst aus den Beständen ein deutliches und anschauliches Bildvon der Schreibkunst des Klosters in dieser Zeit gewinnen, das eine Schriftvon ganz eigenem Gepräge zeigt. Außerordentlich fleißig und fruchtbarwar man damals in der Schreibstube. Mehr als die Hälfte von dem erstenHundert der Pergamenthandschriften und noch viele von den folgendenstammen aus dieser glücklichen Zeit, dem 12. Jahrhundert 7 ), und mit we-nigen Ausnahmen sind sie wohl alle Erzeugnisse der Schreibstube desKlosters selbst. Und wie in der Schreibstube sich fleißige Hände mühten,gottgefällige Arbeit zu verrichten, so halfen in jenem glücklichen Jahr-hundert auch eine ganze Reihe von geschickten Zeichnern und Malern mit,Initialen und Miniaturen zu schaffen. Die Zahl der mit Zierbuchstaben ge-schmückten Handschriften ist sehr beträchtlich, aber auch der mit Bilderngeschmückten Handschriften sind es nicht wenige. Anhangsweise mag hier,wo von der Blüte der Zwiefaltner Schreib- und Malkunst die Rede ist,darauf hingewiesen werden, daß damals im Kloster auch die Musik be-sonders gepflegt worden zu sein scheint; denn die Pergameuthandschriften102 und 116 enthalten 6 Ordinariums-Cyklen gruppiert und dazu noch inder letzteren Handschrift in Klassen eingeteilt, eine Klassifikation, die in sofrüher Zeit bedeutsam ist.
Die Zeit der Blüte der Zwiefaltner Schreibkunst und Buchmalereihat nicht lange gedauert. Sie liegt im mittleren Drittel des 12. Jahrhun-derts. In dessen erste Hälfte fällt überhaupt die Blüte des Klosters, dievon Abt Ulrich (1095—1139) heraufgeführt worden ist.
Die Jahrzehnte, da in Zwiefalten die schönsten Bücher geschaffenwurden und da die Bibliothek den reichsten Zuwachs erfuhr, scheinen auchdie Zeit gewesen zu sein, in der man der Verwaltung der Bücherschätzeam meisten Aufmerksamkeit schenkte. Der erste Chronist des Klosters,Ortlieb, der uns die Geschichte der Gründung des Klosters hinterlassenhat, wollte in einem zweiten, nicht mehr ausgeführten Buch auch von derBibliothek berichten („post hec nostrorum conscribitur ordo librorum"),und es liegt nahe, an ihn bei den vielen Besitzeinträgen zu denken, diesich in alten Zwiefaltner Handschriften finden und die in einem hübschenVerslein den Schutz Christi für die Bücher ebenso wie für die Dienerseiner Mutter, der Patronin des Klosters, erflehen:
Matris Christe tuae famulos librosque tuereQuos Zwivilda tuum servat ad obsequium.
! ) Die Verteilung der Pergameuthandschriften auf die einzelnen Jahr-hunderte veranschauliche folgende Zusammenstellung:». Jahrhundert: :i, 22, 63.
10. Jahrhundert: 43, 105.
11. Jahrhundert: 32, 49, 178.
11. bis 12. Jahrhundert: 17. 20. 27, 29, 35, 37, 42, 40, 53, 54, 55, 58, 62, 73—78,80, 82, 85, 88, 189, 140, 143, 154, 160, 177.
12. Jahrhundert: 4, 6, 8, 9, 10a, 10b, 11, 12, 13.15, 18. 10, 21, 23, 24, 25, 28,30, 31 r 33, 34, 30, 38, 9, 40, 41, 44 45, 47, 48. 50, 51, 52, 56, 57, 59, 60, 61, 65, 66, 67, 68,69. 71. 72, 79, 81, 83, 84, .8, 87, 04, 98. 101, 102, 104, 106, 109, 113, 116, 142, 148, 150, 152,153, 155, 162, 165, 167, 168, 170, 171, 171 Anm., 172, 173, 174, 175, 183, 189.
12. bis 13. Jahrhundert: 7, 14. 10, 20, 64, 103, 108, 134, 186, 100, 105.
13. Jahrhundert: 20, 70, 110, 125, 144, 147, 149, 156, 176, 180, 184, 185, 187.
13. bis 14. Jahrhundert: 1. 2. 112. 110, 128, 145, 146, 151,
14. Jahrhundert: 5, 90 01 06, 07, 114, 115, 120. 123, 124, 126, 127, 129, 130, 135,141, 157, 158, 160, 161, 163, 164, 179, 181. 188. 194.
14. bis 15. Jahrhundert: 89, 119, 166.
15. Jahrhundert: 100, 107. 111, 117, 118, 13, 136, 137, 159, 182, 191, 192, 193.
15. bis 16. Jahrhundert: 92. 93.
16. Jahrhundert: 95, 99, 122, 133, 138,