Druckschrift 
Die Grisardis des Erhart Grosz : nach der Breslauer Handschrift
Entstehung
Seite
XXV
Einzelbild herunterladen
 

XXV

seh begegnet in den Schreibungen seh und s: nebenkeuscheib steht keusheit 1,23. 28, unkeuß 3,35;■wünst 28, 11; zusaez 10,5 wohl sicher = mschaez(so in X).

Sehr häufig findet sich das Schriftbild cd: eskann nur as = als gemeint sein, wie aus der ein-maligen Schreibung volkcl = volkes 37, 21 hervor-geht; bei keinem Wort sonst habe ich in Br diesdem l völlig entsprechende Schriftzeichen gefunden.

Gutturales.

Je: kegenwert, kegenwert ig; — kumen 3, 23 nebenquomen, quamen; — für k, ck (betlackt. — gk:sclügkimge, ungeschigk, ersehrogken) ist

g im Auslaut sehr beliebt: gemerg, sterg (sterk 10,18),trang, volg — glüg, rog, schig, drügt, geschigt,smagte; ng für ncl (nt) (BG § 171): untugung 18,37,yteung 36, 10; g für iv. rüg 44, 3, unrug 41, 2,rügten 45, 12; Ausfall: medlein 10, 37. 11, 2 nebenmeid, meidlein 37, 21. — Hierher gehört doch auchwohl die merkwürdige Form preutium 35, 13. 38, 6für 'Bräutigam': die Komposition wurde nicht mehrempfunden, m begünstigte den Vokal, in demVerdunkelung eintrat, und g wurde in i zumpalatalen j. ')

h Vorschub vor pronominalen er: her 5, 18. 6, 28.17, 2. 44, 29. — Dagegen ist in den Orts- undZeitadverbien her und hin in der Zusammensetzungh im Anlaut verschwiegen (HG § 194): erauß 27,31,

>) Gebhardts Gramm, der Nürnberger Mundart gibt keineAuskunft. Der Deutsche Sprachatlas behandelt das Wort'Bräutigam' nicht. Nach freundlicher Mitteilung von FräuleinLuise Berthold kennt das Marlmrger Sprachmaterial, soweitnicht 'Hochzeiter' gebräuchlich ist, im zweiten Teil von'Bräutigam' ganz überwiegend die Formen mit hellem Vokal(\j]am, j[9]m); Dr. Schweizer, z.Z. am Sprachatlas mitarbeitend,verweist — auch ihm sei gedankt — aus bayrischem Gebietauf praediyjim (Döllwang, südlich Nürnberg) und präiäiyom(Hohenfels, "Bezirksamt Parsberg). — Altbayern südlich derDonau braucht 'Hochzeiter', nicht 'Bräutigam'.