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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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bis fast 2 cm lang und i ebenso breit, schwarzviolett. Die Deutung dieser in Hecken usw. auftretendengrossen oder süssen Schlehen" ist unsicher. Viele Autoren halten sie für einen Bastard mit P. domesticasubsp. insititia j bei der sehr unsicheren Abgrenzung dieser Art oder Unterart scheint es aber nicht ausge«schlössen, dass es sich um eine alte Kulturrasse von P. spinosa handelt, die da und dort in Hecken verwildertist. Ray nannte sie Prunus silv6stris major, C. Bauhin Pruna silv^stria praecöcia oder Haferschlehen. Vgl.hierüber die erste Varietät der folgenden Art.

Prunus spinosa gehört dem eurasiatischen Element an. Die Art ist in Mitteleuropa spätestens in derjüngeren Steinzeit eingewandert (Steine in zahlreichen Pfahlbauten gefunden); in Grossbritannien (Forest»bed vonCromer) scheint sie schon präglazial vorhanden gewesen zu sein. Am häufigsten ist sie in den zoogenenRosaceengebüschen sonniger, trockener Hänge, die teils durch endozoochore Besiedlung, teils durch auslesendeBeweidung entstanden sind und ausser auf den Heimweiden um die Dörfer besonders charakteristisch auf Burg»hügeln ausgebildet zu sein pflegen, in den Alpentälern und ähnlich auch z. B. auf dem Jura insbesondere auchauf Lesesteinhaufen (Muschna" im Bündner Oberland,Mourdjir" undMourdzel" im Wallis; vgl. P. Paduspag. 1067). Zu ihren häufigsten Begleitern zählen Juniperus communis, Corylus Avellana, Berberis», Crataegus«und Cotoneaster»Arten (vgl. pag. 686 und 732), Rubus« und Rosa=Arten, Rhamnus«Arten, Cornus sanguinea,Viburnum Lantana usw. Auf den Buschdünen an der Ostsee tritt die Schlehe besonders auch mit Salix=Arten auf,und selbst an ihrer Nordgrenze bildet sie noch Bestände, z.B. auf den Alandinseln (nach Palmgren) mit Po»

pulus tremula, Corylus Avellana,Betula pubescens, Alnus rotundi»folia, Sorbus aucuparia, Cratae»gus monogyna, Malus silvestris,Rubus Idaeus, Rosa Afzelianaund Prunus Padus. Sowohl inden Eichengebüschen der Nord»seeküsten wie auf den Hügelndes Oberrheintales, des Main»tales, des Unterwallis und ander»wärts entstehen unter der Wir»kung heftiger Winde und desViehverbisses flachgeschorene,ausserordentlich dicht verzweigteKrüppelformen. Fridolin Bott(Ueber den Bau der Schlehen»krüppel. Verhandl. der Physi»kalisch»medizin. GesellschaftWürz«bürg, 1904. Vgl. auch Kanngiesser, Fr. Diss. Würzburg, 1905) fand bei auf den Würzburger Wellenkalk»hängen gewachsenen Krüppeln eine Jahresringbreite von 0,153 bis 0,855 mm gegenüber 1,28 bis 1,51 mm beinormalen Pflanzen, ferner weniger Spaltöffnungen und Lentizellen, dickere Laubblätter, verlängerte Palisaden»Schicht und reichlichere Behaarung.

Mehr vereinzelt tritt die Art in den verschiedensten Laub-- und Nadelgehölzen auf, von nicht zunassen Auengebüschen bis in nicht zu dichte Buchen» und Fichtenwälder (auf Lichtungen, namentlich Schlag«stellen). In Südeuropa geht sie u. a. in immergrüne Macchien, sommergrüne Sibljakgebüsche und in die Pinusnigra»Bestände der Illyrischen Länder. Leichte (dysgeogene, heterotherme) Böden zieht sie schweren (eugeogenen,homothermen) vor, ist aber im übrigen gleich den meisten endozoochoren Rosaceensträuchern sehr euryözisch. Infolge der reichlichen Vermehrung durch Wurzelbrut tritt sie meist sehr gesellig auf. Die Wurzeln sindmeist mit einer Mykorrhiza versehen. Gewöhnlich erreichen die Sträucher nur ein Alter von etwa 40 Jahrenund einen Stammdurchmesser von 5 bis 8 cm; doch wurde 1880 in Kristiania ein 4 m hoher Baum mit einemStammdurchmesser von 17 cm und 80 Jahresringen gefällt.

Die Blüten entfalten sich meist vor dem Laub (Fig. 1270) etwa gleichzeitig mit denen von P. avium undP. Mahaleb zu Beginn des Erstfrühlings, (im Mittel in Athen am 5. II., in Wien und Glessen [bei einer Wärme«summe von 1265°] am 18. IV., in Kristiania am 18. V.). Sie sondern an der Innenseite des Kelchbechers reichlichNektar ab und erhalten infolge hievon und des wirksamen Schauapparates der dichtgedrängten Blüten ausgiebigenInsektenbesuch. Zuerst reifen die Narben und überragen die noch geschlossenen, einwärtsgebogenen Staub«blätter; auch wenn sich diese strecken, nach aussen spreizen und die Staubbeutel sich öffnen, sind dieimmer noch etwas höher stehenden Narben empfängnisfähig, so dass eine spontane Selbstbestäubueg möglichist. Sdion bei P. spinosa macht sich die bei P. domestica so häufige Verminderung der Anthozyanbildungbemerkbar: gelbe Staubbeutel sind häufiger als rote und in Kultur gibt es Formen mit anthozyanfreien, daher