Druckschrift 
4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
Seite
1103
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1103

in lichten Laub» und (seltener) Nadelgehölzen, namentlich auch auf Waldschlägen und Busch»weiden, auf Lesesteinhaufen und in Hecken, an Zäunen, Feldrändern, zwischen Weinbergen, introckeneren Flussauen usw. 5 vom Tiefland bis gegen die Buchengrenze, in den Mittelgebirgenmeist nur bis etwa 700 m, in Oberbayern bis gegen 1000 m, in Südtirol (am Ritten bei Bozen)bis 1360 m, im Bergell und Tessin bis 1500 m, in Mittelwallis bis gegen 1600 m; bodenvag,doch nördlich der Alpen Kalk bevorzugend.

In Deutschland im Süden verbreitet und häufig, in den Mittelgebirgen und im norddeutschenFlach land (nach Osten abnehmend) seltener, auf den Nordseeinseln ganz fehlend. In Oesterreich undin der Schweiz allgemein verbreitet und häufig.

Allgemeine Verbreitung: Von Astrachan, Persien und den Kaukasusländernbis ins westliche Mittelmeergebiet, südlich bis in den Atlas (Tunesien, Kabylie [selten], nördlichbis Irland, Schottland, Mittelskandinavien (bei Bergen bis 60° 8' nördl. Breite, kultiviert in Nor»wegen bis 68°, in Schweden wild bis 61° [Upland und Wermland]), Äland, Südwestfinnland,Ösel, Narwa, Witebsk, Mohilew, Orel, Saratow und Orenburg; in Nordamerika verwildert.

Ziemlich veränderlichs var. vulgaris Ser. apud DC. (= f. minor Schübeier, = var. typica C. K.Schneider non Posp.). Sprosse dornig, schwach behaart. Laubblätter verkahlend. Blütenstiele und Kelch«

becher kahl. Frucht höchstens 1 '/« cm lang.

Hiezu gehört als verbreitetste Rasse s subvar.praecox Wimmer et Grab. (= var. typica Po»spichal). Blüten sidi vor den Laubblättern ent»faltend, an dicht gedrängten Kurztrieben. Krön»blätter meist (f. genuina Pospichal) breit»oval,

± 5 mm lang, kürzer als die Staubblätter.f. mäjor Pospichal (nonSdiübeler). Kronblätterbis 1 cm lang, die Staubblätter erreichend oderüberragend. Seltener. f. s t e n o p e t a 1 a Du=commun. Kronblätter lineal. Zerstreut, z. B.um den Genfersee. f. sessiliflöra Beck.

Blüten fast sitzend. f. purpürea (Andrö).

Kronblätter purpurn überlaufen. Meist nur inGärten. f. p 16 n a hört. Blüten gefüllt.

Gartenform. f. variegdta Zabel. Laub»blätter weissgefleckt. subvar. coaetäneaWimmer et Grab. (= f. major Schübeier nonPosp. [inkl. P. Mey6ri Böckel]). Blüten mit denLaubblättern erscheinend, meist aus zerstreutstehenden Knospen entspringend. KronblätterschmaUeiförmig, meist 3 bis 6 mm lang, sichmit den Rändern nicht berührend, meist vielkürzer als die Staubblätter. Zerstreut. Hieherauch kritische, z. T. vielleicht hybridogene For»men, so f. platyphylla (Gandoger) mitgrösseren Laubblättern. f. rhamnoidesBuchenau. Kronblätter grünlichweiss. Griffelschraubig gedreht. var. dasyphylla Schur.

Pflanze stärker behaart. Laubblätter wenigstensunterseits nicht verkahlend. Blülenstiele undKelchbecher behaart. Selten. Hieher vielleichtauch subvar. microcärpa Wallr. (= var.angustifölia Wimmer et Grab.). Laubblätter länglich=lanzettli<h, höchstens 15 mm breit und 3 bis 4 mal so lang,ziemlich reichlich behaart. Frucht klein. var. inörmis Godron (=subsp. inermis Blomqvist). Wie var. vulgaris,aber ohne Dornen. Selten, z. B. in Frankreich und Schweden. var. macrocdrpa Wallr. (= P. früticansWeihe, = P. insititia Fries et Drejer vix L., = P. Husmanni Böckel). Höher als var. vulgaris (oft 3 m und mehr).Zweige schwächer dornig. Laubblätter grösser (oft bis 5 cm lang), Blüten grösser, einzeln oder zu 2. Frucht

162*

Fig. 1272.

Prunus spinosaL. als Unterholz im Auenwald.Phot. Dr. St. ß r u n i e s, Basel.