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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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spreiten besitzen sie sehr vollkommene Einrichtungen für den Fang und die Verdauung, zumal die eingefangenenInsekten (bei einzelnen Arten kommen auch kleine Wirbeltiere, Reptilien und selbst Vögel in Betracht) voneinem peptonisierenden, d. h. fleischverdauenden Fermente verzehrt werden (vgl. Einleitung Bd. I, pag. CVII).Andererseits gibt es auch eine grössere Anzahl von kleinen Wassertieren und Insekten (vor allem Fliegenmaden),die ihre normale Entwicklung in den Nepenthes.Kannen durchlaufen. Die Nepenthaceen sind Kletterpflanzen'Blattranker) mit zweihäusigen, radiären,

zu Trauben oder Rispen vereinigten \

Blüten, mit 3« oder 4=fädiriger, lederiger %

Kapselfrucht und mit kleinen, schmalen, ^ ,\ ä | 7 wirmm

spindelförmigen, geflügelten Samen. Die

Pollenzellen sind wie bei den Droseraceen Mfcj. V

zu Tetraden vereinigt. Es sind Pflanzen ^ J \t, /

des Waldrandes und liditer Stellen des (ti

tropischen Regen waldes. Ihr Hauptver.

breitungsareal liegt im Indischen Monsun« ^

gebiet (besonders reich an Arten ist der |y

Mount Kina Balu auf Nordborneo), von "

wo einzelne Arten nach Queensland, I

Neukaledonien und bis zu den ost»

afrikanischen Inseln ausstrahlen. Dagegen ,Y ■ \ witfrl™» ))fehlen sie gänzlich in Vorderindien und !f \\

sind auch auf Ceylon (N. distillatöria L.), 1/ \ jfifc ) /

Madagaskar (N. Madagascariönsis Poiret) 1 / (\V\ JJn '

und auf den Seychellen (N. Pervill6i / ^

Blume) nur mit je einer Art vertreten.

Von dieser monotypischen Familie sind C/

zurzeit 58 Arten bekannt. In Warm=häusern werden die Kannenpflanzen alsklassische Beispiele von Insektivorengern gehalten und lassen sich durch Steck-linge sehr leicht vermehren. Hiezu eignensich besonders die zahlreichen künstlichgezüchteten Bastarde (N. MastersidnaVeitch, mixta Masters, Morganidna Veitch, paradisae hört., Williämsii Masters usw.). lieber die Entwicklungder Nepenthaceen vgl. Kurt Stern in Flora N. F. Bd. IX. 1916, pag. 213/83.

Die Cephalotäceae mit Cephalötus follicularis Labill. in Westaustralien zeigen grundständige,zum Teil kannentragende Laubblätter. Die zwitterigen, zu einer langen Rispe vereinigten Blüten besitzen eineeinfache, 6=blätterige Blütenhülle, 12 Staubblätter und 6 freie Fruchtblätter (mit nur 1 bis 2 grundständigen Samen,anlagen), die zu Balgkapseln auswachsen. Es sind also tatsächlich gewisse Beziehungen zu den Crassulaceenund Saxifragaceen vorhanden.

Ausführliche Darstellungen der Familien der Sarraceniales enthalten die Arbeiten und Handbüchervon Darwin, Goebel, Neger, A. Wagner (Die fleischfressenden Pflanzen. Aus Natur und Geistes,weit. 334. Bänddien), Warburg, v. Wettstein, Schweiger, Hildebrand, Macfarlane, Heinricher usw.

Fig. 898. Sarracenia sp. a Längsschnitt durch die Blüte, b Blüte mit Griffel-scheibe und Kelchblättern, c Querschnitt durch den Fruchtknoten, d SchematischerDurchschnitt durch die Blüte, um die Befruchtungsweise durch Insekten zu zeigen.Die punktierten Linien bedeuten die Wege eines ein- und auskriechenden Insektes(Fig. a bis c Original, d nach Hildebrand).

57. Fam. Crassuläceae ). Dickblattgewächse.

Einjährige oder ausdauernde Kräuter oder niedere Sträucher mit dickem, stielrundemStengel und mit wechselständigen oder gegenständigen, dick=fleischigen, flachen bis stielrunden,meist ganzrandigen Laubblättern. Nebenblätter fehlend. Blüten in Trugdolden (deren Aestemeist als Wickel ausgebildet), zwitterig (vgl. Fig. 924 a, e), selten unvollkommen 2=häusig (Sedumroseum), strahlig (Fig. 926 a), meist 5=, seltener 3= bis 30= (Sempervivum) zählig. Blütenhülle in Kelchund in Krone geschieden. Kelchblätter frei oder verwachsen, bleibend. Kronblätter meist frei,seltener verwachsen mit aufsitzenden Staubblättern (Cotyledon, Echeveria, Bryophyllum). Staub»blätter soviele oder doppelt soviele als Kronblätter, intrors; Antheren mit Längsspalten auf=

') Vom lat. crässus = fett, dick; nach der fleischigen Beschaffenheit der Laubblätter.

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