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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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beri, Schliedieberi (Schweiz). Ebenso gehören hieher Schling(e) (z. B. Oberhessen, Rheinland, Egerland),Schlinne, Scfilingenstrauch (Nordböhmen), Schlingeheck (Rheinland). Nach den bedornten Zweigen

heisst der Strauch ferner Schwarzdorn [im Gegensatz zumWeissdorn" = Crataegus oxyacantha] (auch mundartlich),Dornschlea, Schlehdorn (bayrisdi»österreichisch), Hagel»dorn (St. Gallen), Hekadorn (Wetterau). Wegen der Ver«wendung des Holzes zuWurstspeilern" (Stäbdien zum Schlies»sen und Aufhängen der Würste) wird der Strauch als Wöste»grippenholt (Westfalen), Wuuschpinndööre (Nieder»rhein) bezeichnet. Rätoromanische Benennungen Graubün»dens sind parmüoglia, parnollia, parmollia, p a rmoglifer, rampün, sermuglier.

Sparriger, diditverzweigter, i Ibis3mhoherStrauch, seltener bis 5 m hoher Baum mit weit krie=chenden, Laubsprosse treibenden Wurzeln. Aussen»rinde dunkelgrau, seichtrissig. Aeste reichlich mit ver»dornenden Zweigen besetzt, anfangs kantig »rund»lieh, sammtig»weichhaarig, rötlichbraun. Winterknos=pen eikugelig, ihre Schuppen zerstreut behaart, rot»braun oder hellbraun, kurz und derb bewimpert (Fig.1274 b bis d). Blattstiele 2 bis 10 mm lang, meist be»haart, drüsenlos; Blattspreite aus ± keilförmigemGrunde länglich verkehrt»eiförmig oder elliptisdi, sei»tener lanzettlich, stumpf oder meist spitz, einfach oderdoppelt kerbig»gesägt, mit drüsigen Sägezähnen. Adernetz, besonders der Hauptnerv, eingesenkt;Haare i reichlich, einzellig, gekrümmt, seltenernur auf dem Hauptnerven der Unterseite vor»handen oder ganz fehlend. Nebenblätter lineal,drüsig, gezähnt, meist etwas länger als derBlattstiel. Blüten normal vor den Laubblättern sichentfaltend, meist einzeln (Fig. 1270 c, d) an dendicht gehäuften Kurztrieben. Blütenstiele kahloder selten zerstreut behaart. Kelchblätter drei»edug=eiförmig, ± 2 mm lang, meist vorn drüsiggesägt, sonst kahl. Kronblätter länglich=eiför=mig, kurz genagelt, stumpf, 5 bis 8 mm lang,reinweiss. Staubblätter i 20, zirka 5 mm lang,mit gelben oder roten Staubbeuteln. Frucht kuge»lig, aufrecht, ± 10 bis 15 mm lang, schwarz,bläulich bereift, den Winter über am Strauchehängen bleibend; Fleisch grün, sauer schmeckend;

Stein flach=kugelig, ± 7 7 2 bis 10 mm lang und6 bis 8 mm breit, glatt, zugespitzt, sich vomFruchtfleisch nicht loslösend. III, IV (V).

Sehr verbreitet und meist häufig, oft sehrge sellig, an Sonnigen Fels» Und Schutthängen, Fig. 1271. Prunus spinosa L. Phot. Dr. G. Hegi, München.

äpfel (oder Steinäpfel?) und später, als dieser Name auf die kultivierten Pflaumen überging, <cy(jtoxoxxi\ut]i.ea|agriokokkymel6a]. Bei den mittelalterlichen Aerzten hiess sie u. a. auch Acäcia Germdnica. Vielleicht gehören zudieser Art als grossfrüchtige Kultursorten auch die prüna asinia des Plinius, die vielleicht mit den Rosspflaumenund Haberschlehen (althochd. hafr = Bode) späterer Autoren identisch sind (vgl. hierüber die folgende Art).

Fig. 1270. Prunus spinosa L. a und b Zweige imKnospenzustand, c Blutenknospe, d Blühender Kurz-trieb in Entfaltung.