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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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4. Unterfamilie. Neuradofdeae. Subtropische Wüstenkräuter mit buditigen oder fiederschnittigenLaubblättern. Nebenblätter vorhanden. Kelchblätter 5. Kronblätter 5, gelb. Fruchtblätter 5 bis 10, unter»einander und mit dem Grunde der hohlen, zur Fruchtzeit vergrösserten und trockenen Blütenachse verwachsen,1 =samig. Hieher die beiden Gattungen N e u r ä d a mit zwei Arten in Südwest" und in Nordafrika bis zurArabischen Wüste und G r i 61 u m mit 4 Arten in Südafrika.

5. Unterfamilie. Prunoideae (Amygdaleae, Drupdceae). Steinobstgewächse. Bäume oderSträucher mit einfachen, ungeteilten, sommer» oder immergrünen Laubblättern. Nebenblätter meisthinfällig. Blüten strahlig. Blütenboden glockig, flach oder röhrenförmig vertieft (Fig. 997 c). Kelchblätter 5(selten mehr), mit dem Kelchbecher abfallend. Kronblätter 5 (selten mehr oder fehlend). Staubblätter 10bis 20 oder mehr. Fruchtblätter 1 (selten 2 bis 5), frei, grundständig, 1 »fächerig, mit 2 hängenden, selten fastaufsteigenden Samenanlagen. Frucht eine Steinfrucht, in der Regel 1» (nur ausnahmsweise 2»)samig, mit saftigem,seltener lederartigem Fruchtfleisch und mit steinhartem Endocarp. Stein (putämen) rings von einer Naht umzogen,bei der Keimung 2=klappig aufspringend. Samen ohne Nährgewebe. Keimblätter fleischig. Viele Arten ent»halten in Rinde, Blättern und Samen ein Glykosid, das sog.Amygdalin", das sich durch gleichfalls vorhandeneFermente (Emulsin) leicht in Bittermandelöl und in Blausäure spaltet. Hieher gehören die Gattungen Prunus(CCCCV), Nuttalla (= Osmarönia) mit einer (N. cerasiförmis Torr, et Gray), bei uns selten in Gärtenkultivierten Art, Pygeum mit 18 Arten in den Tropen der alten Welt, Madd enia mit 2 Arten im Himalaya,Plagiosp6rmum mit 1 Art (P. Siniinse Oliv.) in Nord»China und in der Mandschurei, 1' r in s e p i a mit 1 Artim Himalaya und Magnistipula mit 2 Arten im tropischen Afrika.

6. Unterfamilie. Chrysobalanofdeae. Bäume und grosse, zuweilen kletternde Sträucher mit un»geteilten, immergrünen Laubblättern. Blüten meist unscheinbar und in reichblütigen Inflorescenzen, häufig± zygomorph. Staubblätter zahlreich, alle oder nureinzelne fruchtbar. Fruchtblätter 1 (nur abnormal 2),frei. Samenanlagen 2, aufsteigend. Griffel grund»ständig. Frucht eine Steinfrucht. Fruchtfleisch (Meso»carp) saftig oder mehlig. Samen ohne Nährgewebe.

Hieher nur den Tropen und Subtropen angehörendeGattungen, deren Arten Holz, Gerbstoff, Farbe, ess»bare Früchte und Oel liefern oder infolge ihres Kiesel»

Säuregehaltes bei den Eingeborenen in der TöpfereiVerwendung finden. Die Chrysobalanoideae stellendie Verbindung der Rosaceae mit den Leguminosenher, indem sie einerseits den Prunoideae sehr nahestehen (Unterschiede: zygomorphe Blüten, i ver«wachsene Staubfäden, Vorkommen von Kieselsäure»'

' ablagerungen in den Zellmembranen usw.), andrer»seits durch die eben angeführten unterscheiden»den Merkmale sich den Leguminosen nähern.

Hierher die Gattungen: Chrysobdlanus mit3 Arten in Westafrika und Amerika, von denenCh. Icdco L., franz.: Icaquier, die Frucht franz.: prune»coton, engl.: Cocao plum, die essbaren Icaco»pflaumen liefert; GrangtJria mit 3 Arten auf Madagaskar, Mauritius und auf den SundaJnseln; M o q u i 1 e amit etwa 20 Arten in Süd» und Mittelamerika; Licänia [inkl. der Untergattung Parinariöpsis] mit 37 Arten inSüd« und Mittelamerika; Lecostömion mit 6 Arten in Süd» und Mittelamerika; Stylobdsium mit 3 Artenim südwestlichen Australien; Hirte 11 a mit etwa 40 Arten in Süd» und Mittelamerika, von denen eine Artsonderbarerweise auch auf Madagaskar vorkommt; Couepia mit etwa 40 Arten in Südamerika; Parinä»rium mit etwa 50 Arten über den ganzen Tropengürtel verbreitet (mehrere Arten liefern essbare Früchte);Aciöa mit 6 Arten (davon 5 in Afrika und 1 Art in Südamerika); Angel^sia mit 3 Arten auf den Sunda»Inseln und Pardstemon mit 1 Art auf Malakka und Sumatra.

Die Rosaceen sind fast über die ganze Erde verbreitet; arm an solchen sind fast nur Australien unddie pazifischen Gebiete. Die meisten Arten, besonders die Spiraeoideen, Pomoideen und Rosoideen, bewohnendie Gebiete der nördlichen gemässigten und kalten Zone und stehen auf der Höhe ihrer Entwicklungsmöglichkeiten.Extreme Anpassungserscheinungen sind bei den Rosaceen selten. Xeromorph ist das in den Trockengebietenvon Chile vorkommende Tetraglöchin strictum Kunze, ferner Margyricdrpus setösus Ruiz et Pav. in Peru undM. aldtus Gil. in Argentinien, Neurdda procümbens L. im Nordafrikanisch»arabisdien Wüstengebiet, N. austro»africdna Schinz in der Namib von Südwestafrika (nach Passarge das niederschlagärmste Gebiet der Erde), Grtölum»Arten in den Wüsten des westlichen Kapland und von Klein»Namaland (vgl. Engler, Adolf. Ueber Herkunft,

Fig. 1003. Diagramme, a Rhodotypus kerrioides Sieb, et Zucc.b Spiraea salicilolia L. c Mespilus Germanica L. d Fragaria vescaL. e Potentilla Iruticosa L. / Sanguisorba minor Scop.