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Doellianum, oben fladi, dicht aneinander gedrückt, sehr dicht schneeweissfilzig behaart. Stengelblätter an derSpitze reichlicher behaart. An trockenen, sonnigen Standorten, besonders auch auf kalkreicher Unterlage. InNordtirol z. B. bei Landeck, im Oetztal, mehrfach in Südtirol (besonders im Titsch» und Eisacktal), in der Schweiz
im Wallis, im Tessin (Val Begus),in Graubünden (Engadin, Misox,Puschlav). lieber die Begleitpflanzenim Festucötum Vallesiacae im En.gadin bei Zernez vgl. unter Älsinemucronata Bd. III, pag. 394. Mit dervar. glabrescens ist die var. toraen.tosum durch eine gleitende Reihevon Uebergangsformen verbunden;doch soll nach Beauverd (in Bull.Soc. bot. Geneve, 2 e s6r., VI [19141,pag. 19/24) die var. tomentosumin der Kultur ihre Merkmale kon=stant beibehalten. Einzig die sterilenRosetten vergrösserten sich anfangsbis aufs doppelte, um innerhalb2 Jahren wiederum die normaleGrösse zu erreichen. Die Behaarungschwindet jedoch bei Kultur im Schattenderart, dass solche Pflanzen leicht fürBastarde mit andern Arten gehaltenwerden können. Die dichten Polster dieser Art haben ausser unter Endophyllum sempervivi auch unter derKonkurrenz von Flechten zu leiden. Besonders die Thalli von Diplosdustes scrupösus und Parmölia conspörsavermögen bei raschem Wachstum im Winter die Kugelrosetten zu überwachsen und zu ersticken (Gams).
S. aradmoideum gehört dem mitteleuropäisdwlpinen Element an. Es ist besonders häufig in denFelsfluren der subalpinen Stufe der zentralalpinen Täler zusammen mit Asplenium Tridiomanes und A. septen»trionale, Cystopteris fragilis, Juniperus Sabina, Lilium bulbiferum, Allium sphaerocephalum, Dianthus Caryo«phyllus subsp. Silvester, Alsine laricifolia (vgl. Bd. III, pag. 396) Sedum album, S. dasyphyllum, S. annuum undS. acre, Sempervivum montanum, Saxifraga Cotyledon, S. Aizoon und S. aspera, Potentilla grandiflora, Rham»nus pumila, Laserpitium Panax, Primula hirsuta, Thymus Serpyllum, Phyteuma Scheuchzcri, Aster alpinus,Erigeron alpinus usw. Weniger häufig ist die Art in der Schuttflur, auf Alluvionen, im Curvulötum, im Festucötumvioläceae, auf trockeneren Weiden, besonders an Stellen, wo über Fels= oder Steinunterlage nur eine dünneBodenkrume liegt, auf Humus im Vaccinietum Myrtillx, zwischen Legföhren, zwischen Grünerlen, im Lärchen»Arven»Mischwald, im Süden auch im Kastanienwald. An windexponierten, schneefreien Stellen werden die Rosettenhie und da vom Wind losgerissen und über weite Strecken als „Schneeläufer" verfrachtet (J. Braun). Lieber dasVorkommen auf Sandboden, woselbst die Pflanze eine kräftigere Entwicklung zeigt, vgl. Perriraz, J. Con«tribution ä l'ötude du Sempervivum arachnoideum in Bull. Soc. vaud. Sc. nat. 5 e s£r., Nr. 181 (Dez. 1913). —Im Kanton Freiburg steht die Pflanze unter Naturschutz. — Die Blüten sind i ausgeprägt proterandrisch. NachSchulz sind jedoch die Narben während des Verstäubens der letzten inneren Staubblätter noch empfängnis»fähig und es kann eine spontane Selbstbestäubung erfolgen. Nach Günthart öffnen sich die Blüten beiBeginn der Anthese noch nicht vollständig. Die inneren Staubblätter beginnen zu stäuben und bewegen s chgleichzeitig nach aussen, erreichen aber die äusseren Staubblätter nicht. Erst wenn diese sich (noch vor demOeffnen der Staubbeutel) etwas nach innen bewegt haben, stehen beide Kreise auf gleicher Höhe. Jetzt be»decken sich die äussern mit Pollen. Gleichzeitig spreizen die Griffel auseinander und die Kronblätter biegen sich nachaussen, hierauf auch die beiden Staubblattkreise. Die Narben gelangen dadurch an jene Stelle, wo früher dieStaubbeutel standen. Besucher sind Hummeln, Bienen, Fliegen und Falter.
Die eigentümlichen spinnwebigen Haare von Sempervivum aradmoideum sind nach den Untersuchungenvon Marie Dintzl (vgl. Oesterr. Botan. Zeitschrift. Bd. XI, 1905) von den bei dieser Art — ebenso wiebei anderen Arten — auftretenden Drüsenhaaren abzuleiten. Die Entwicklung der Drüsenhaare und der spinn,webigen Haare ist anfangs ganz die gleiche; auch letztere bilden Drüsenköpfchen aus, welche ein klebrigesSekret absondern. Durch dieses werden die Spitzen benachbarter Rosetten miteinander verklebt. Das nun ein«setzende starke Längenwachstum der Drüsenhaare, verbunden mit einer Verdickung der Zellwände und Spannungdurch die auseinander weichenden Blattspitzen, lässt aus den Drüsenhaaren die eigentlichen Spinnwebhaare her»vorgehen, die in mannigfacher Weise gedreht, losgelöst und zerrissen werden (Fig. 930 f bis k).
Fig. 929. Sempervivum arachnoideum L. var. tomentosum (Schnittsp. etLehm.), an Gneissfelsen im Unterwallis mit Sedum album und Grimmia-Polstern.Phot. E. Ganz, Zürich.