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Viereck gründlich, ausgerandet. Staubfäden weiss, kahl, etwa halb so lang als die Kronblätter; An*theren gelb. Fruchtknoten spärlich drüsenhaarig; Griffel kahl, kürzer als der Fruchtknoten. — VII, VIII.
Auf Serpentinfelsen. Einzig in Oesterreich im Murtal bei Kraubath in Steiermark.Fehlt in Deutschland und in der Schweiz gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Endemisch in Steiermark.
An den Serpentinfelsen von Kraubath wächst diese „Serpentinpflanze" in Begleitung von Aspleniumadulterinum (Bd. I, pag. 27) und Ä. Adiantum nigrum subsp. cunei'folium, von Alyssum montanum var. Preiss»manni und Statice Armeria. Neuerdings beobachtete sie J. Nevole in Steiermark bei Kraubath auch aufMagnesit. Ausser den genannten Serpentinpflanzen besitzt der Kraubather Serpentin stock a u ch die mediterraneNotholaena Marantae (vgl. Bd. I, pag. 39).
1402. Sempervivum montanum L. Berg »Haus würz, Drüsen=Hauswurz. Franz.: Joubarbe
des montagnes. Fig. 927 und 931 1.
Pflanze ausdauernd, 5 bis 25 cm hoch. Rosetten kugelig, geschlossen oder i stern»förmig ausgebreitet, 15 bis 45 mm breit, kurze bis schlanke, an der Basis beblätterte Ausläufertreibend. Rosettenblätter eilanzettlich bis lineaManzettlich, kurz zugespitzt, grün, meist mit rot»brauner oder roter Spitze, beiderseits sehr dicht mit kurzen Drüsenhaaren besetzt, an der Spitzeund oft auch am Rande mitunter von längeren und kräftigeren Drüsenhaaren gewimpert. Stengel»blätter eiförmig bis länglich, zugespitzt, drüsig=zottig. Stengel drüsig=zottig. Blütenstand 3= bis11 »blütig. Blüten sternförmig ausgebreitet, mit 12 bis 16 Kronblättern. Kelchblätter lanzettlich,spitz, drüsig=zottig, ganz oder an der Spitze rot. Kronblätter lineaManzettlich, spitz, 2 bis 4 malso lang als die Kelchblätter, 10 bis 20 mm lang, aussen drüsig»zottig, innen rotviolett bis purpurn,mit dunklerem Mittelstreif, selten gelblich=weiss. Staubfäden purpurn oder violett, an der Basisdrüsenhaarig, kürzer als die halbe Blumenkrone. Schüppchen viereckig=rundlich, etwas gekerbt.Fruchtknoten drüsenhaarig; Griffel kahl, kürzer als der Fruchtknoten. — VII bis IX.
Auf steinigen, kurzgrasigen Weiden, auf Schutt, Felsen und im Gebüsch der Alpen,von 300 (Tessin) bis 3400 m; auf Urgestein fast durch die ganze Alpenkette verbreitet, aufKalk sehr selten.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Korsika (sehr selten), Alpen, Karpaten.
Dieses in den Alpen ungemein häufige und verbreitete Sempervivum tritt im Gebiete in den beidenfolgenden Unterarten auf: 1 subsp. montanum (L.) Wettstein (= S. debile Sdiott). Rosetten kugelig,geschlossen, 10 bis 20 mm breit; Rosettenblätter aus keilförmigem Grunde verkehrt»lanzettlich, rasch breit zu»gespitzt, etwas graugrün, fast stets ohne rotbraune Spitze, dicht gleichmässig drüsenhaarig, ohne längere Drüsen»haare gegen die Blattspitze. Stengel 2= bis 8»blütig. Kronblätter lineaManzettlich, 10 bis 12 mm lang, hellpurpurviolett mit dunklerem Mittelstreif.
In Deutschland vollständig fehlend (die Angaben aus dem Allgäu sind nach Vollmann zustreichen). — In Oesterreich in Salzburg in den zentralen Ketten von den Hohen Tauern bis zum Gross»glocknergebiet, ferner beim Fuscherbad, am Gaisstein und Hundstein; in Kärnten im westlichen Teil und amObir; in Vorarlberg am Schafberg im Klostertal und auf dem Schütz am Formarinsee; in Tirol im Lechgebietauf der Südseite der Schlicke bei Füssen, im Oberinntal am Steinjoch bei Imst, in der Umgebung von Inns»brück an der Arzler»Scharte und angeblich an der Seegruben, in den Urgesteinsalpen der zentralen Ketten ver»breitet, ferner im Ortler und Adamellogebiet, auf Silikatgesteinen im Fassatal, Flexms und im Cima d'Astastocke,ferner im Iiisacktal an der Plose in Lüsen, im Trametschtal, Abteital, bei Prags, Helm, in der Kreuzkofelgruppe,bei Villnös, auf der Seiseralpe, am Schiern, in Judicarien am Grostepass. — In der Schweiz ver»breitet und häufig in den Urgesteinsalpen. — Allgemeine Verbreitung: Alpen, Pyrenäen, Karpaten,Balkan, Kaukasus. Diese Unterart ist kalkfliehend und kommt auf Kalk nur vor, wo eine I lumusdecke vor»handen ist oder wo das Gestein durch Auslaugung kalkarm geworden ist. Am häufigsten erscheint die subsp.montanum in der subalpinen, alpinen, und nivalen Felsflur mit Racomitrium», Hylocomium», Cladonia» undCetraria=Arten, in Urgesteinsfelsspalten der Ostkarpaten zusammen mit Agrostis rupestris, Poa laxa, Sesleriadisticha, Saxifraga bryoides und S. moschata, Primula minima, Erigeron uniflorus, Campanula alpina u. a. m. Auchauf Ruhschutt der subalpinen, alpinen und nivalen Stufe ist die Pflanze nicht selten, ferner auf Felsblödcen, selbstim Waldesschatten auf Nadelhumus in Pionierrasen, im CurvalCtum, im Hygrocurvul(5tum, Semperviretum, infeuchteren Mulden mit Salix retusa, im Nard6tum (hier nach Brockmann nach Bewässerung und Düngung