Ein» bis mehrjährig, 1,8 bis 5 cm hoch, kahl, in der Tracht an Elatine Hydropiperoder an Landformen von Callitriche verna erinnernd. Wurzel faserig. Stengel aufrecht oderniederliegend, an den Knoten reichlich mit Adventivwurzeln besetzt, reichästig. Laubblätterkreuzweise gegenständig, lineablanzettlich, spitzlich, am Grunde kurzscheidig verbunden, fastwagrecht abstehend, bis 6 mm lang, flach, entfernt stehend. Blüten (Fig. 902b) einzeln anKurztrieben in den Blattwinkeln, fast sitzend (Fig. 902 a), 4= (seltener 3= oder 5=)zählig. Kelch«blätter 4, am Grunde verwachsen, spitz. Kronblätter 4, länglich=eiförmig, stumpflich, 1 bis1,5 mm lang, weiss, aufrecht, über doppelt so lang als der Kelch. Staubblätter 4, kürzer alsdie Kronblätter. Vor jedem Fruchtblatt eine lineale Drüsenschuppe von der Länge der Staub»blätter. Balgfrüchte 4, eiförmig=kugelig, frei, etwas abstehend, mit 10 bis 12 walzlichen, 0,3bis 0,6 mm langen, längsrunzeligen, dunkelbraunen Samen. — VII bis IX.
Sehr zerstreut und oft unbeständig (oder übersehen 1) auf schlammigen Teichböden,auf sandigen, kiesigen Ufern, überschwemmten Stellen, zuweilen auch im Wasser. Nur in derEbene und nur auf kalkfreier Unterlage.
In Deutschland in Westfalen bei Vörden nächst Osnabrück, zwische Ahe und Rottinghausen, amWittenberge bei Neuenkirchen und früher im Tecklenburgischen bei Lotte am Blankenpol, an der Elbe bei
Appolensdorf, Gribo und gegenüber dem Rieglitzer»berg (die Angaben von Wittenberg [daselbst vonSchkuhr für Deutschland entdeckt | und Coswigbedürfen der Bestätigung!), in Schleswig-Holsteinbei Kiel (Röbsdorf) und bei Husum (Petersberg),in Brandenburg am Kleinen Teich von Weissenseebei Berlin (vor 1836, seither nidit mehr), in Pommernam Nordrand des Kamper See (im Brackwasser)bei Kolberg (1864 von Well mann und spätervon Graebner beobachtet, neuerdings vonRetzdorf und Römer umsonst gesucht!), inOstpreussen im Samland bei Rauschen (seit Jahrennicht mehr bemerkt) und in Schlesien bei Pless(Paprozanteich, Neu Berun und Rybnik). — InOester reich sehr selten in Mähren (Radhan»und Netopilteidi bei Namiest a. O.), Böhmen (mehr»fach im Wittingauer Becken) und in Niederöster»reich (Hoheneich). — Fehlt in der Schweiz.
Allgemeine Verbreitung:Europa (nördlich bis Island, bis zum mitt*leren Norwegen, Schwedisch Lappland,südlich bis Mitteldeutschland und Nieder»
Fig. 902. Crassula aquatica (L.) Schoenland. a Habitus, b Blüte.c Balgfrüchte, d Samen. — Crassula muscosa (L.) Schoenland.e Blüte. / Teilfrucht, g Querschnitt durch dieselbe, h Samen. —Crassula rubens L. k und i Früchte mit Kelch.
Finnland und Spitzbergen bis 80° nördl. Breite,
Österreich); Nordasien; Nordamerika.
Crassula aquatica ist dem euro»sibirisdien Element zuzuzählen. Wie Cyperus flavescens und C. fuscus,Isolepis setacea, Heleocharis acicularis, Juncus supinus und J. bufonius, Illecebrum verticillatum, Peplis Portula,Radiola linoides, Limosella aquatica, Lindernia Pyxidaria, Centunculus minimus, Elatine=Arten, Bidens radiatususw. ist auch diese Art eine Pflanze des feuchten Schlickbodens von abgelassenen Teichen sowie der zwischendem Hoch« und Niederwasserstand liegenden Grenzzone (vgl. Lindernia Pyxidaria, Bd VI, pag. 39 und Juncuscapitatus, Bd. II, pag. 162). Seltener erscheint sie auch auf dem kiesigen Uferboden oder auf feuchtem Sandund zwar dann in einer niederliegenden, stark rötlichen Form (f. p r o s t r ä t a Schkuhr). Im reinen Sand vermagsich das Pflänzchen nicht zu halten, sondern verschwindet daselbst sehr bald ähnlich wie Coleanthus subtilis,Elatine hexandra usw.
Bei der Keimung, die C a s p a r y eingehend beschreibt, wird ähnlich wie bei Najas und den Nymphaeaceenzwischen Stamm und Wurzel ein Wulst mit langen, einzelligen Haaren gebildet, die wohl der Atmung dienen(„pflanzliche Kiemen"). Je nach dem Wasserreichtum des Standorts ist der Wuchs recht verschiedenartig. Dielanggliedrige, ± aufrecht wachsende Wasserform ist die f. er6cta Fries (= Tillaea Linnaei Sprengel), die kurz»gliedrige, niederliegende, reich bewurzelte Schlammform die f. prosträta (Schkuhr) Fries (= Tillaea prostrata