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springend. Fruditblätter ebensoviele wie Kronblätter, frei oder nur am Grunde verwadisen,mit aufsitzendem, freiem Griffel, mit meist kopfiger Narbe und mit meist zahlreichen (nur 2bei Crassula muscosa) anatropen Samenanlagen (letztere mit 2 Integumenten) an der Bauch»
naht der Fruditblätter. Balgkapseln auf=recht (Taf. 140, Fig. 5 b) oder strahlig ab»stehend (Taf. 140, Fig. 6 c), auf der Innen»seite mit einer Längsnaht aufspringend.Samen ohne Nährgewebe.
Die Familie umfassl gegen 500 Arten, diesich auf zehn Gattungen verteilen; ifianche davonwie Crassula sind allerdings recht künstlich. EinzelneArten der Gattungen Crassula, Sedum und Semper»vivum sind über die ganze nördliche gemässigteZone verbreitet; doch besitzt die Familie ihreHauptverbreitung in Afrika, wo besonders dieGattungen Crassula, Kalänchoe, Röchea und Coty«l^don (letztere durch schildförmige Laubblätterausgezeichnet) einen grossen Formenreichtum auf»weisen. Arm an Arten sind dagegen Australien,Polynesien und Südamerika. Am nächsten ver»wandt scheint die Familie mit den Saxifragaceaezu sein und zwar mit der Gattung Saxifraga selbst.Die Hauptunterschiede bestehen in der Zahl undin der Stellung der Fruchtblätter. Immerhin gibtes auch Saxifraga»Arten (Saxifraga florulenta Mo»retti) und Saxifragaceae (Escallonia, Carpentaria, Philadelphus, Pterostemon), bei denen die Kronblätter an Zahlden Fruchtblättern gleichkommen ; ebenso existieren Arten mit halbunterständigem Fruchtknoten. Die phylogenetischälteste Gattung dürfte Sedum darstellen. Die Crassulaceen zählen zu den primitivsten Vertretern der Reihe derRosales, innerhalb welcher, sich die Entwicklung vom oberständigen zum unterständigen Fruchtknoten sowievon aktinomorphen zu zygomorphen Blüten vollzieht.
Die grosse Mehrzahl der Crassulaceen gehört zu den Chamaephyten (mit über der Bodenoberflächeliegenden Ueberdauerungsknospen), besonders zu den Rosettenchamaephyten; doch kommen auch zahlreicheHemikryptophyten (mit in der Bodenoberfläche liegenden Ueberdauerungsknospen), Nannophanerophyten(z. B. kanarische Sempervivum»Arten) und Therophyten vor. Innerhalb der Gattung Sedum sind sowohl Chamae»phyten wie Hemikryptophyten und Therophyten vertreten; zu den letzteren gehören auch alle einheimischenCrassula»Arten. Die Vegetationsorgane der meisten Arten sind durch xerophytische Merkmale gekennzeichnetwie Succulenz der Stengel» und Blattorgane (sehr verbreitet ist das „Dickblatt"; vgl. Fig. 924 c, d), Kleinblättrigkeit,Rosettenwuchs, Wachsüberzug oder Haarfilz, wasserspeichernde Gewebe, verdiente Cuticula, eingesenkteSpaltöffnungen sowie Konzentration des Zellsaftes. Der Zellsaft der Crassulaceen enthält u. a. Apfelsäure,Spuren von Weinsäure und Tannin. Diese Säuren spielen eine grosse Rolle im Stoffwechsel der Fettpflanzen.Die tagsüber erzeugten Kohlehydrate werden während der Nacht in Apfelsäure umgewandelt; diese freie Säurewird dann tagsüber wieder zu Kohlehydrat umgebildet oder an Calcium gebunden und dient sodann als Reserve»stoff (Ueber die Pflanzensäuren im Stoffwechsel der Crassulaceen vgl. besonders Mayer, Ad. in Landwirt«schaftl. Versuchstationen. Bd. XVIII 1875, pag. 410 bis 452; de Vries, H. Ueber die Periodizität im Säuregehaltder Fettpflanzen 1884 und Kraus, Gregor. Ueber den Stoffwechsel bei den Crassulaceen, Halle 1886). —Wie bei Chelidonium majus, Geranium lucidum usw. entbehren nach Lidfors bei den Sedum» und Semper.vivum»Arten alle oberirdischen Teile während des Winters der Stärke, da diese bereits zu Beginn des Wintersin Zucker umgewandelt wird. — Das parenchymatische Gewebe der Laubblätter der Sempervivum» und Sedum»Arten ist in zahlreiche, parallel der Blattachse verlaufende Lamellen angeordnet (Fig. 926 m), die von den Leitbündelnradiär ausstrahlen; zwischen diesen Lamellen bleiben grosse Intercellularräume frei, die nach Brenner einen alleZellen umschliessenden, dampfgesättigten Raum darstellen, in welchem der Gasaustausch stattfinden kann. Dadurchwird eine Durchlüftung auch der tiefer liegenden Gewebe möglich gemacht. Immerhin gibt es neben den zahl«reichen, an die Trockenheit gut angepassten Arten auch solche Pflanzen, die Sümpfe und Ueberschwemmungs»böden bewohnen, so in der einheimischen Flora Crassula aquatica und C. muscosa.
Fig. 899. Sedum Telephium L. subsp. maximum (Hofim.) Rouyet Camus. Phot. V. Ziind, München.