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grosser Menge antraf, während er an der gleichen Stelle im Jahre 1909 kaum ein Exemplar auffinden konnte.Der überaus strenge Winter 1908/09 dürfte das zarte Pflänzchen bis auf wenige Reste zum Verschwindengebracht haben. Im Lochsee bei Bregenz machte ihm das Hochwasser von 1890 den Garaus.
Die Pflanze gehört zur Schwimmflora (Pleuston) oder zu den Hydrochariten im Sinne von W a r m i n g, ähn»lieh wie Ceratophyllum (Bd. III, pag. 44), d. h. sie schwimmt unter der Wasseroberfläche und nur die Blütenstieleerheben sich über dieselbe. Während die Sprosse vorne ständig weiterwachsen, stirbt das untere Ende imgleichen Masse ab. In Gegenden mit warmen Wintern hält das Fortwachsen dauernd an, in solchen mit kaltenWintern wird es dagegen dadurch unterbrochen, dass Winterknospen (hibernäcula oder g£mmulae; vgl. Taf. 139,Fig. 6d) gebildet werden, worauf die übrige Pflanze abstirbt. Diese bestehen aus gestauchten, mit Stärke voll»gepfropften Sprossen mit zahlreichen, im Wachstum gehemmten Blattquirlen. Meist sinken sie Ende Septemberauf den Grund der Gewässer, können Jedoch, wie C a s p a r y und M o e s z beobachtet haben, zunächst oderauch später an der Oberfläche treiben. Meist steigen sie Mitte Mai nach Umsetzung der Stärke wieder zurWasseroberfläche, wo sie sogleich austreiben (vgl. Moesz, Gustav, lieber Aldrovanda vesiculosa. AnnalesMusei Nationalis Hungar. Bd. V [1907] pag. 324/399). — Der Keimling entwickelt ein rudimentär bleibendesWürzelchen (Korzchinsky); weitere Wurzelorgane werden nicht ausgebildet. Die Primärblätter sind lineal,pfriemlich zugespitzt, am Rand fein gesägt, zu 8 in einem Wirtel angeordnet.
Der Stengel besitzt ein einziges zentrales Leitbündel (vgl. Casp ary, 1859 und 1862). Die Anatomiedes Blattstieles ist insoferne interessant, als sich zwischen den Parenchymzellreihen grosse Hohlräume befinden,welche die Schwimmfähigkeit des Blattes ermöglichen und nicht, wie man vielfach annahm, die zwischen dengeschlossenen Blattspreiten eingeklemmten Luftbläschen; denn sobald die Hohlräume angestochen werden undsie sich mit Wasser füllen, so sinken die betreffenden Pflanzenteile unter. Die genannten Hohlräume setzensich bis in die Borsten fort. Am Blattstiel sitzen ferner 700 bis 900 kleine zweiarmige Drüsen, die jedoch beizunehmendem Alter abgestossen werden. Nach Nitschke ist der gewöhnlich als Blattstiel bezeichnete Teilnichts anderes als der verlängerte Blattgrund. Die Borsten am Ende des Blattstieles entstehen hinter der Spreite,nur die äussersten an den Seiten; nach Cohn sind diese als Blattfiedern anzusehen, nach C a s p a r y sind esAnhangsgebilde des Blattstieles. Der Ansicht von I r m i s c h und Nitschke, welche sie als Nebenblättererklären, widerspricht ihre Stellung am Rücken der Laubblätter. Die Blattspreite besteht aus zwei Hälften, welchedie Form eines Kreissegmentes haben mit daran anschliessendem, sichelförmigem Saum ; letzterer ist einschichtigund trägt an seinem Rande 60 bis 80 kleine einzellige Stacheln. An diese Randzone schliesst sich nach innendie Zone der vierarmigen Drüsen an und an diese die drüsenlose Zone, die gegen den inneren Blatt eil mitder „Verschlussgrenze'' abschliesst. Das ganze Innenstück ist mit zahlreichen Digestionsdrüsen besetzt, die gegendas Gelenk zu immer dichter stehen; dazwischen sind einige sensible,mit einem Gelenk versehene, gerade, nach aussen gerichtete Trichomeeingestreut. Die Aussenseite der Spreite trägt nur zweiarmigeDrüsen. Das Gelenk ist von einem Leitzellenbündel durchzogen,das weder Gefässe noch Tracheiden, sondern nur langgestreckteZellen aufweist, die mit den Digestionsdrüsen in Verbindungstehen. Die 2= und 4=armigen Drüsen (Fig. 896 e, f und k) bestehenaus einem 2» bis 4»zelligen Stiele und aus 2 bezw. 4 armförmigen, wag»recht abstehenden Köpfchenzellen. Die Digestionsdrüsen erscheinenvon oben gesehen als Rundhöcker (Fig. 896 g, h [vd]); sie haben jedocheinen auf 2 Basalzellen aufsitzenden, aus 2 ziemlich hohen Zellenbestehenden Stiel, der seinerseits das kreisrunde, aus 2 Zellkreisengebildete Drüsenköpfchen trägt (Fig. 896 c, d). Die zwischen dieDigestionsdrüsen eingestreuten Haare (Fig. 896) bestehen aus 4bis 7 Stockwerken, deren jedes gewöhnlich aus 2 Zellen zusammen»gesetzt ist. Die dritte Zellgruppe ist dunkler, plasmareicher undinfolge praller Füllung mit Zellsaft etwas vorgewölbt; sie funktioniertals Gelenk. Die Tätigkeit des Fangapparates ist folgende; Diebeiden Blatthälften bilden in der Ruhelage einen Winkel von 64bis 68°. Werden die von der Blattfläche abstehenden sensiblenTrichome gereizt, so setzt sofort die Schliessbewegung ein, die beistarkem Reiz bis zur Berührung der äusseren Haarränder derbeiden Blatthälften fortschreitet. Wirkt der Reiz auch nach Schlussder Blatthälften weiter ein, so legen sich schliesslich die Rand»
Partien völlig aufeinander, so dass nur noch die die Digestionsdrüsen tragenden Flächen abstehen (Fig. 896 a, b). DieSchliessbewegung selbst ist keine gleichmässige, sondern eine ruckweise. Je grösser die Zahl der gereiztenHegi, Flora. VI, 3. 125
Fig. 897. a , b Schlauchblätter einer Sarracenia. —c Blatt von Dionsea museipula Ellis. d Ausge-breitete Klappe mit Fühlborsten.