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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
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506
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V.

imbricatum und S. subnitens gehört auch D. intermedia dem subatlantisdien Elemente an. In Oberschwaben,woselbst die Pflanze nach Bertsch (Jahreshefte des Vereines für vaterländische Naturkunde in Württemberg,1918) deutliche Beziehungen zum alten Rheingletscher aufweist, liegen alle heutigen Standorte innerhalb deräusseren Jung=Endmoräne. lieber die Verbreitungsverhältnisse in Bayern vgl. Paul, H. Die MoorpflanzenBayerns mit Verbreitungskarte in den Berichten der Bayer. Botan. Ges. Bd. XII (1910), 2. Hälfte.Wie bei denanderen Arten entwickeln sich auf den Laubblättern ab und zu Adventivknospen. Ebenso ist an den Blütenschon eine Vergrünung beobachtet worden, wobei die Samenanlagen in Laubblätter umgebildet sein können.Audi eine Durchwachsung durch Laubblätter ist beobachtet worden. In Bayern (Unterfranken) zählt Droseraintermedia zu den geschützten Pflanzen.

Von Bastarden sind bekannt geworden: 1. Drosera rotundifolia L. X D. Anglica Huds.(= D. oboväta Mert. et Koch, = D. intermedia Soyer »Willemet u. Hayne, = D. negl6cta Lehm., = D.Anglica Huds. ß oboväta Planch., = D. rotundifolio Anglica Schiede, = D. Anglica X intermedia Pape,= D. longifolia L. ß oboväta Koch). Taf. 139, Fig. 5. Laubblätter kürzer gestielt; Blattspreite verkehrt»eiförmig,10 bis 16 (22) mm lang und 4 bis 9 mm breit, doppelt bis 3»fach so lang als breit (2,7:1), allmählich in den bisdoppelt so langen Stiel verschmälert. Blütenstengel bis 20 cm hoch, doppelt» bis 3»fach so lang als die Laub»blätter. Pollen und Samen meist fehlschlagend. VI, VII. Meist nicht selten mit den Stammeltern auf Mooren ;in Deutschland, Oesterreich und Schweiz (Engadin am Statzersee bei St. Moritz noch bei 1815 m). Ein untrüg»lidies Kennzeichen lässt sich für diese Pflanze nicht anführen; denn das Verhältnis der Länge der Blattspreitezur Breite ist äusserst variabel und dedct sich oft mit Formen von D. Anglica. Auch die mangelhafte Aus»bildung der Geschlechtsorgane und Samen können bei Stickstoffmangel allgemein auftreten. Nur in der dasarithmetische Mittel der elterlichen Zahlen darstellenden Chromosomenzahl haben wir nach Rosenbergeinen sicheren Anhaltspunkt. Infolgedessen wird die Pflanze bald als Bastard, bald als Varietät oder Zwischenformangesehen (vgl. Holzner»Naegele. Die bayerischen Droseraceen a.a.O. pag. 13). 2. Drosera inter»media Hayne X D. A n g 1 i c a Huds. wird aus Oberschwaben (Degersee im Oberamt Tettnang) angegeben (Fig. 891 v). 3. Drosera intermedia Hayne X D. rotundifo Iia L. (= D. Beleziäna Camus). Stengel 9 bis 10 cmlang. Nebenblätter am Grunde angewachsen, sehr schmal, über der Mitte in zahlreiche sehr schmale, 2 bis 5 mmlange Wimpern geteilt. Blattstiele 2 bis 2,5 cm lang, kahl bis schwach behaart. Blattspreite rundlich»verkehrt»eiförmig bis fast rund, 6 bis 10 mm lang und 4 bis 5 mm breit. Blütenschaft einzeln, kahl, mit 3 bis 5 Blüten.Narbenschenkel an der Spitze keulenförmig, zart rosa, ganzrandig, papillös. VII. Sehr selten in Mooren.Im Gebiet bisher nur in Deutschland in Bayern (Vorderjoch bei Hindelang und bei Grafing), Schlesien(Rothenburg, Schleife, Haynau, Samitz), Württemberg (Oberschwaben mehrfach), Brandenburg (Grunewald beiPaulsborn) beobachtet; sonst nur noch aus Frankreich bekannt. Die Seltenheit des Bastardes wird bedingt durch dieverschiedenartige geographische Verbreitung und durch die geringe Verwandtschaft der beiden Stammarten (vgl.Schuster, Julius. Ueber Drosera Beleziana Camus. Allgemeine Botan. Zeitsdir. XIII [1907], pag. 180 bis 183).Di eis (1906) hält die Pflanze nur für eine Form von D. rotundifolia.

n

CCCLXXI. Aldrovända 1 ) L. Wasserfalle.

Die Gattung ist monotypisch.

1378. Aldroyanda vesiculösa 2 ) Monti (= A. verticilläta Roxb., = Drosera AldrovandaF. Müller, = Lenticula palustris Indica Pluk.). Blasige Wasserfalle. Taf. 139, Fig. 6;

Fig. 891 w bis z und Fig. 895 und 896.

Pflanze ausdauernd, wurzellos, im Wasser oder an der Oberfläche freischwimmend,kahl, 10 bis 30 cm lang. Stengel einfach oder (sympodial) verzweigt, fädlich, vielgliederig.Laubblätter zu 6 bis 9 (in blütentragenden Quirlen selten bis 17), zu meist dichtgedrängten,abstehenden Quirlen angeordnet; Stiel aus schmalem Grunde keilförmig verbreitert, 5 bis9 mm lang, am Ende in 4 bis 6 (selten 1 bis 3) pfriemenförmige, 6 bis 8 mm lange Borstenauslaufend (Tafel 139, Fig. 6 a). Blattspreite rundlich=nierenförmig, 5 bis 7 mm lang und8 bis 10 mm breit, in der Mitte verdickt, ihre Hälften um die Längsrippe bis zirka 90°zusammengeklappt, am Rande mit feinen Zähnchen besetzt, gegen den Stiel durch eine kurze

*) Nach Ulisses Aldrovandi, Professor der Botanik in Bologna (1522 bis 1605). Die Pflanze wurdeals Aldrovandia schon 4 Jahre vor Linne 1747 von dem Italiener Monti aus Bologna beschrieben.

2 ) Lat. vesica = Blase; vesiculösus = blasig.