ohne nähere Verwandtschaft da i ihre Verwandten fehlen über grosse Strecken hin (Tibet, Himalaya). Die heutigeVerbreitung in Europa lässt deutliche Beziehungen zur Eiszeit erkennen. Im ganzen extramediterranen Gebietevon Europa und Nordasien sind beide Arten verbreitet; in Amerika halten sie das ganze subarktische Gebietbesetzt und überschreiten sogar den Polarkreis. D. rotundifolia übertrifft an Häufigkeit meist (wenigstens in deneigentlichen Hochmooren) ihre nächsten Verwandten und reicht im ganzen Florengebiet auch etwas weiter nachSüden als D. Anglica. — Im Pleistocaen von Don Valley in Canada wurde D. rotundifolia zusammen miteiner völlig der rezenten gleichenden Flora gefunden. — Selten vergrünen die Blütenstände. — In Bayern (Ober»und Unterfranken) ist die Pflanze gesetzlich geschützt.
1376. Drosera Anglica Hudson (= D. longifölia L. pro parte, — D. longifolia L. var. AnglicaF. Schultz, = D. longifolia L. var. vulgaris Koch). Langblättriger Sonnentau. Taf. 139 Fig. 3.
Ausdauernd, (5) 10 bis 20 (30) cm hoch, mit faseriger Wurzel. Spross kurz. Stengelaufrecht, 1 oder mehrere, einfach, dünn, rot überlaufen, die Laubblätter um das doppelte bis3»fache überragend, 10 bis 30 cm lang, kahl, blattlos. Laubblätter in ziemlich reicher, grund»ständiger Rosette, länglich»keilförmig, 1,3 bis über 4 cm lang und bis 5 mm breit, ganz allmählichin den i aufrechten, bis 7 cm langen, am Grund mit bis 13 mm langen, im oberen, nichtdem Stiel angewachsenen Teil, borstig zerschlitzten Nebenblättern versehenen Stiel verschmälert.Blattspreite unterseits kahl, grün, oberseits mit roten, bis 7 mm langen abstehenden Drüsen«haaren besetzt. Blüten in armblütigen, unverzweigten Wickeln (Scheintrauben), dem Stengelangedrückt. Kelchblätter 5 bis 6 mm lang, am Grund verbunden, feindrüsig gezähnt. Krön»blätter 5, spateiförmig, 5 bis 7 mm lang, weiss. Staubblätter i 5 mm lang. Kapsel eiförmig,nicht gefurcht, die aufrechten Kelchblätter überragend. Samen spindelförmig, i 1 mm lang,fein netzmaschig, mit kleinem, rundem Keimling. — VI bis VIII.
In nassen Flach», Zwischen» und Hochmooren, besonders zwischen Hypnaceen undSchlenken»Sphagna, vom Tiefland bis in die Alpentäler zerstreut, aber ziemlich verbreitet, dochin manchen Gegenden (z. B. im ganzen ostbayerischen Grenzgebirge) fehlend; steigt von derEbene bis in die montane und vereinzelt bis in die subalpine Stufe (im Tiroler Inntal [Zeinis»joch] bis 1900 m, im Oberengadin [Maloja] bis 1860 m) hinauf.
Allgemeine Verbreitung: Nord» und Mitteleuropa, nördlich bis zu den Orkney»Inseln, Nordskandinavien (bis Magerö 71° 10'nördl. Breit, Südvaranger, Finnmarken), Westkola;südwestlich bis Frankreich, Oberitalien (bis zum Langen» und Comersee) und Griechenland; Nord»asien (Sibirien bis Kamtschatka, Kurilen, Mittel=Japan); Nordamerika (Kanada, Neufundland); Sand»wichinseln (Insel Kauai).
Wenig veränderlich. Auffallend sind einige kleinblättrige Formen: var. Albdnsis Domin. Pflanzenur 5 bis 10 cm hoch, armblütig (oft einblütig). Kelch= und Kronblätter breiter als beim Typus. Blüht früher(in der ersten Junihälfte). Diese von Domin in Böhmen (Vrutice im Vsetaler Elbtal) gefundene Form sollkeine Kümmerform sein und der aus dem arktischen Lappland beschriebenen var. püsilla Kihlm. nahestehen.Aehnliche Formen kommen auch z. B. in den Alpen vor. Obwohl sie durch etwas kürzere, breitere Blatt»spreiten an D. intermedia und D. Anglica X rotundifolia erinnern, handelt es sich doch wohl meist nur um Kümmer»formen höherer Lagen und trockener Standorte, z. T. wohl auch nur um Jugendstadien der Normalform. Solchekleinblättrige Formen kommen zum Teil mehrfach in den Voralpen von Bayern und der Schweiz vor. Hieherauch f. minor Abromeit (non Schum. nee Wood.) aus Ostpreussen (Blattspreite zum Blattstiel = 1:1 bis 2;von D. obovata durch die Form der Spreite und der Kapsel zu unterscheiden).
D. Anglica ist im allgemeinen weniger verbreitet als D. rotundifolia, mit der sie oft zusammen vor-kommt. Nach D i e 1 s besitzt sie ein geringeres Ausbreitungsvermögen wie diese; nach K i n z e 1 keimt sie vielschwerer und nur nach längerer Frosteinwirkung. Andererseits erträgt D. Anglica einen stärkeren Kalkgehaltals D. rotundifolia, ist daher in Zwischenmooren (mit Rhynchospora alba und fusca, Drepanocladus»Arten,Scorpidium scorpidioides, Calliergon trifarium und C. stramineum, Lycopodium xnundatum) oft häufiger als diese undgeht auch viel öfter in die Flachmoore (z. B. Schoenetum nigricantis, Trichophoretum caespitosi mit Primula farinosa,Carex Davalliana usw.) über. Mit anderen Moorbewohnern wie Liparis Loeselii und Sagina nodosa erscheintsie auch stellenweise (so im Dachauer Moor bei München und am Greifensee bei Zürich) auf kalkreichen Kies»böden, jedoch fast nur an solchen Stellen, wo die Bodenlösung durch die Tätigkeit von Eisenbakterien und den