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an und ist dann i rauh und dünn. In anderen Fällen ist sie mehrschichtig, an beiden Enden verlängert und± vom Kern abstehend (Taf. 139 Fig. 2 a und Einleitung Fig. 290 c), wodurch die Samen schwimmfähig werden.Der sehr kleine Embryo liegt in einem sehr nährstoffreichen Endosperm (vgl. auch Aldrovanda 5). Unsere3 Arten sind nach Kinzel ausgesprochene Lichtfrostkeimer; am leichtesten keimt D. rotundifolia, am schwerstenD. intermedia, wodurch auch die verschiedene Verbreitung der 3 Arten verständlich wird.
Die Sonnentaublätter fanden besonders früher mancherlei Verwendung als H6rba Dröserae,H6rba Röris sölis, H6rba Rordlae. Die zur Blütezeit gesammelte und als ganzes getrocknete Pflanze lieferteine geruchlose Droge von bitterem, scharfem, adstringierendem Geschmack. Sie enthält freie Säuren, besondersAepfel» und Zitronensäure, Gerbsäure, Gallussäure, ein proteolytisches Enzym („Droserin"), roten Farbstoff usw.Bereits im 13. Jahrhundert galten die Blätter wegen des auch beim wärmsten Sonnenschein nicht verdunstenden„Taues" als kühlendes Mittel. Die Alchemisten glaubten darin den Stoff zur Bereitung des Goldes und desLebenselixiers gefunden zu haben. Der mit Zucker vermischte Pressaft wurde gegen Husten, Schwindsucht,Nieren» und Blasenleiden usw. angewandt, ebenso verschiedene daraus destillierte Liköre und Sirupe. Alsbesonders heilkräftig gegen allerlei Gebrechen galt der zuerst von Alcardus von Villanova in Spanien gegen1600 bereitete und als „Goldwasser" oder „aqua auri" bekannte Universallikör, der noch heute in Italien alsRosoglio verkauft wird. Dodonaeus verwarf zwar den innerlichen Gebrauch des Ros solis wegen dessenallzu grosser Schärfe, aber noch 1867 wurden (nach Caspary) von Pariser Homöopathen 300 kg getrockneteDrosera aus den Vogesen als Keuchhustenmittel bestellt. Als Tuberkulosemittel wird es z. B. in der Nord»Schweiz noch gebraucht. In England und Amerika wird die Droge in Form einer Tinktur als Antispasmodicum,Diaphoreticum usw., bei Bronchitis, Asthma, Keuchhusten, Hustenanfällen, bei Schwindsucht, Epilepsie, Hydropsusw. angewandt. Gegen Keuchhusten wird besonders ein Präparat „Thymipin" empfohlen, das aus Dialysatenvon Drosera rotundifolia, Pinguecula vulgaris und Thymus vulgaris besteht. Nach neuen Untersuchungen vonSchotten heim (München med. Wochenschr. 1920/21) bewirkt das Thymipin oder auch reiner Droseraextrakttatsächlich Veränderungen in den Atemwegen wie Hyperämie der Schleimhäute, anscheinend auch Veränderungenim Atemzentrum und Lymphsystem. Als Amulett soll Drosera gegen Zahnschmerzen, Wahnsinn und schwereGeburt getragen worden sein, als Zaubermittel bei den galizischen Ruthenen. Aus den Blättern wird roterund gelber Farbstoff gewonnen, der gelegentlich von Zuckerbäckern verwandt wird (vgl. Dragendorff,Wehmer, Wiegand, Wiggers, Wittstein, Zörnig sowie Hovorka und Kronfeld).
Obschon der Sonnentau bereits von V alerius Cordus (gestorben 1540) als „rorella" und „salsiröla" (d. h.Taublättchen und Salzlöffelchen) beschrieben und auch 1577 von Thal als „salsirora" für den Harz angeführt wordenist, hat doch erst 1797 der Bremer Arzt Roth die Fähigkeit der Pflanze, Tiere zu fangen, beschrieben. Schon vorher(am 29. Juni 1785) hat Goethe in einem Moor am Ochsenkopf im Fichtelgebirge die Pflanze untersucht und ihreLebensweise erkannt. Vgl. Killermann, S. Der Sonnentau und seine Geschichte. Aus der Natur. Bd. V pag. 279.
1. Blattspreite kreisrund. Blütenstände viel länger als die Laubblätter. D. rotundifolia nr. 1375.
1'. Blattspreite eiförmig bis keilförmig»spatelig .2.
2. Blattspreiten mit Ausnahme der Jüngsten 4» bis 8=mal so lang wie breit, ± 3 bis 5 mm breit. Blüten»stände die Laubblätter weit überragend. Kapseln glatt D. Anglica nr. 1376.
2*. Blattspreiten nur 2 bis 4 mal so lang wie breit. Kapseln ± gefurcht 3.
3. Laubblätter i 3 bis 5 mm breit, von den Blütenständen höchstens um das doppelte überragt.Kapseln gestreift, mit meist wohl entwickelten Samen D. intermedia nr. 1377.
3*. Laubblätter i 4 bis 8 mm breit, von den Blütenständen um das 2a bis 4=fache überragt. Kapselnund Samen meist fehlschlagend D. AnglicaXrotundifolia vgl. pag. 506.
1375. Drosera rotundifolia L. (= D. septentrionälis Stokes, = Rossölis septentrionälis Scop.p. p., = Rorella rotundifolia All.). Rundblätteriger Sonnentau. Taf. 139, Fig. 2; Fig. 891
a bis p, 892, 893 und 894.
Ausdauernd, (4) 10 bis 20 (30) cm hoch, mit faseriger Wurzel. Stengel aufrecht, einzelnoder mehrere, die Laubblätter um das doppelte bis 4=fache überragend, glatt, dünn, oft ihin= und hergebogen, rötlich überlaufen, kahl, völlig blattlos. Laubblätter in ziemlich reicher,grundständiger Rosette, ± abstehend, langgestielt. Blattspreite kreisrund bis queroval, plötzlichin den Stiel verschmälert, 6 bis 10 mm lang und 6 bis 11 mm breit, unterseits glänzend grün,oberseits mit auseinanderstehenden Drüsenhaaren besetzt. Blüten zahlreich, aufrecht, in schein»traubigem Blütenstand. Kronblätter 4 bis 6 mm lang, länglich=eiförmig, weiss, die stumpfenKelchblätter überragend. Kapsel glatt, eiförmig, länger als der anliegende Kelch. Samen zahl»reich, spindelförmig, mit fast glatter, hellgelber Samenschale, bis 15 mm lang. — VI bis VIII.