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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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Keimling notwendigen Nährstoffe; sie besitzen keine Drüsen. Die Funktion der fehlenden Hauptwurzel unddes Protokorms übernehmen frühzeitig Adventivwurzeln, deren Zahl aber gering bleibt; ihre Insertion ist ohneBeziehung zu den Laubblättern. Mycorrhiza soll vorkommen (Stahl). Bei einigen Arten sind die Keimblättersehr stark ausgebildet und dienen als Speicherorgane. Bei der Sektion Rossolis, zu welcher die drei in Mittel»europa einheimischen Arten gehören, ist die Blattspreite der Jungen Laubblätter an ihrem Grunde umgeklapptund dem Stiel angedrückt; die Ränder sind von den Seiten her nadi einwärts gebogen (Fig. 891 n). Die Primär»blätter besitzen meist wenige, grosse Randdrüsen; auch die flächenständigen Drüsen sind bei den Primärblätternnur in geringer Zahl vorhanden und können beim ersten Primärblatt sogar ganz fehlen (D. rotundifolia). Dievielfach diskutierte Frage, ob die Tentakeln Blattlappen oder Trichome darstellen, wurde von Penzig dahinbeantwortet, daß weder das eine noch das andere anzunehmen ist, sondern daß es sich vielmehr um ein Ver»bindungsglied zwischen Phyllom und Trichom handle.

Die Drosera»Arten überwintern mit den durch die einhüllenden Nebenblätter geschützten Endknospender Laubblattrosette. Im Frühjahr wächst nach Nitschke die Achse durch die inzwischen höher gewachseneMoosdedce hindurch, indem sie längere Internodien bildet. Sobald die Oberfläche des Moosrasens erreichtist, hört das Längenwachstum der Achse [auf und die Laubblätter werden rosenförmig zusammengeschoben>

eine neue Endknospe schliesst die Achse ab. Der Blütenstengel/simfö entspringt in der Achsel eines Laubblattes. Eine echte Regene»

(3mg) b /~ t CT*Y f \(A ration ist bei Drosera ziemlich verbreitet, ähnlich wie bei Begonia

tflP' usw. (vgl. Bd. I, Einleitung, pag. CLVII und Fig. 300, 301, 302)^

W X3VT auf einer abgeschnittenen, auf der Erde liegenden Blattspreite

Im entwickeln sich exogen mehrere Adventivpflänzchen (N i t s ch k e

1860, Arnes, LI einricher, Beijerink 1886, Wink ler 1903).Bei D. rotundifolia treten diese Regenerationserscheinungen aufalten ausgewachsenen Blättern im Herbst auf. Auch echte Ad»ventivknospen aus den Achseln der Laubblätter kommen ge»legentlich vor, so nach Nitschke bei D. rotundifolia.

In der ganzen Familie der Droseraceen ist dieCarni»vorie" oderInsectivorie", d. h. die Fähigkeit, Tiere zu fangenund deren Zersetzungsprodukte für sich zu verwerten, allgemein,jedoch in verschiedenster Weise ausgebildet. Die Gattung Droserasteht unter den Insectivoren hinsichtlich der Ausbildung desFangapparats auf einer mittleren Stufe. Während z. B. Ne»penthes, Sarracenia, Cephalcjtus etc. i raffiniert eingerichteteFanggruben für Tiere aufstellen, ist Drosera imstande, sich beimTierfang selbsttätig zu beteiligen, indem sie die Insekten, aus»nahmsweise selbst grössere Odonaten, Collembolen, Dipterenu. a., die an den klebrigen Blattdrüsen haften bleiben, mit ihrenTentakeln umschlingt. Bei Dionaea genügt allein schon dieSchnelligkeit der zusammenklappenden Blattbewegung, um dasTier am Entfliehen zu verhindern. Das kreisrunde oder quer»ovale (etwa 5 : 7 mm) Blatt von Drosera rotundifolia ist innenkonkav, gegen den Rand zu dagegen konvex gekrümmt undmit etwa 200 Tentakeln, die i senkrecht zur Blattfläche stehen,besetzt. Die inneren Tentakeln sind die kleinsten, die äusserstendie grössten (bis 6 mm lang); beide bestehen aus einem haar»förmigen, sich nach oben verjüngenden, vielzelligen Stiel, deroben eine ± eiförmige Sekretionsdrüse trägt (Fig. 891 a bis fjFig. 892 a, c, e); doch sind im Bau zwischen beiden geringe Ver»schiedenheiten wahrnehmbar (Fig. 891 a bis f; 892 c und e). DenKern der Tentakel bildet eine Spiraltracheide oder ein Gefässals Fortsetzung des Leitbündelsystems des Blattes, das von einem1» bis 2=schichtigen Parenchymzylinder und mit einer einschich»tigen Epidermis umkleidet ist (Fig. 892 c und e). Der Uebergangdes Stiels in die Drüse ist durch eine einschichtige Zellreihe,denHalskranz", gekennzeichnet (Fig. 892 d), an den sich dietiefrote, zweischichtige Sekretionsscheibe des Tentakelkopfes an»schliesst. Nach innen zu folgt dann die sog.Parenchymglocke"

Fig. 892. Drosera rotundifolia L. a Tentakel, bQuerschnitt durch den Tentakelstiel von Drosera Anglicamit sitzenden Drüsenhaaren (ä). c Randständiger Ten-takel von D. rotundifolia ( e Epidermis, g Leitbündel,p Parenchym). d Abzweigung eines Tentakels von D.obovata. e Längsschnitt durch ein Drüsenköpfchen einesmittelständigen Tentakels von D. rotundifolia (e Epi-dermis, p Parenchym, / Tracheiden). /Längsschnitt durchein Drüsenköpfchen von D. Anglica. g Querschnitt durchein Drüsenköpfclien von D. Anglica (Originalzeichnungenaus einer unveröffentlichten Arbeit von Fritz Höhn:Ueber Drosera und verwandte Insektivoren. Aus demSystem.-botan. Institut der Universität Zürich).