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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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und zahlreichen Samenanlagen mit 2 Integumenten. Narben meist 3, zweischenkelig. Fruchteine 1 »fächerige, fachspaltige Kapsel. Samen zahlreich, spindelförmig (Taf. 139, Fig. 2 a), voneiner losen, dünnen Schale umgeben, mit eiförmigem Kern und kleinem Keimling am unterenEnde des Nährgewebes.

Die Gattung Drosera ist mit 84 Arten über den grössten Teil der Erde verbreitet. Sie fehlt einzigin allen dauernd regenarmen Ländern (mit Ausnahme des Innern von Australien), ebenso in den Regenwald»gebieten des äquatorialen Brasiliens (derHylaea") und des tropischen Westafrikas, in Polynesien, Abessinien,im gesamten pazifischen Amerika (ebenso audi in Mexiko) von zirka 35 0 nördl. Breite bis 40 0 südl. Breite (mitAusnahme von Columbien), sowie im ganzen Mediterrangebiet. Das ganze boreale Florenreich, also die nörd»liehe gemässigte Zone (mit Ausnahme des atlantischen Nordamerika) besitzt einzig die auch in MitteleuropacinheimisdienArten ;alle anderen vertei=len sich auf das ame-rikanische, afrika-nische und antark-tische Florenreich(Näheres bei deneinzelnen Arten).

Besonders reichlichsind sie in Brasilien,in Zentralafrika, imKapland (hier auchgrossblütige Artenwie D. cistiflöraL. und D. pauci«flöra Banks), imMonsungebiet, dannvor allem in Austra-lien und Neu=See=land vertreten, woin den Ecken dessüdlichenAustraliensdie stattlichsten undin gewissem Sinneauch die komplizier-testen Formen derganzen Familie auf-treten. Viele Artensind ausgesprochen

feuchtigkeitsliebend und bevorzugen die Moore (hier wiederum besonders die Sphagnum-Polster), Teichränder,den feuchten Sand, berieselte Felsen, während andere (namentlich australische Arten ähnlich dem Droso»phyllum Lusilanicum) als eigentliche Xerophyten anzusprechen sind. Nach D i e 1 s verteilen sich die 84 Artender Familie auf 12 verschiedene Sektionen, von denen 27 Arten, darunter auch die 3 mitteleuropäischen, alleinauf die Sektion Rossolis entfallen. In den Kalthäusern der Botanischen Gärten werden gelegentlich kultiviert!Drosera pygmeea DC. aus dem südöstlichen Australien, D. spathuläta Labill. aus dem östlichen Asienund Australien (am nächsten verwandt mit D. intermedia), D. C a p 6 n s i s L. aus dem südwestlichen Kapland,alle 3 Arten von der Tracht der D. rotundifolia, während D. bindta Labill. aus Ost-Australien durch gegabelteLaubblätter gekennzeichnet ist. Die unterirdischen Knollen der australischen D. Whittakeri Planch. (aus derSektion Erythrorrhiza) enthalten einen roten Farbstoff.

Bei der Keimung der Drosera-Arten treibt der Embryo keine eigentliche Wurzel, sondern bildet anderen Stelle ein Hypokotyl (Protokorm), das als Haftorgan dient; eine Wurzelhaube fehlt (Fig. 891 q, r, s). Im Blattfindet man alle Formen vom ungegliederten Blatt bis zur kreisrunden Blattspreite, die vom Stiel deutlich abgesetztist. Am Grunde des Stiels finden sich ± zerschlitzte Nebenblätter, sog. Stipularbildungen (Taf. 139, Fig. 6 e),die von Cohn als Blattfiedern betrachtet wurden, während sie Caspary als einfache Anhänge des Blattstielsanspricht ; nach N i t s c h k e handelt es sich um eine Ligula. Alle Drosera-Arten besitzen an ihren LaubblätternDrüsen, Tentakeln und Haare in wechselnder Anordnung, die in den Dienst des Insektenfanges getreten sind.Die Keimblätter sind an ihrer Spitze als Saugapparate ausgebildet und entnehmen dem Nährgewebe die dem

big. 891. Drosera rotundifolia L. a Drüse des randständigen Tentakels, b Längsschnitt durch die-selbe. c Querschnitt durch dieselbe, d Tentakel der Blattiläche. e Längsschnitt durch denselben. / Quer-schnitt durch denselben, g, h, i Sitzende Drüsen, k Laubblatt mit Adventivknospen. I Schema der Wuchs-lorm. m Keimpflanze, n Laubblatt, künstlich in der in der Zeichnung angedeuteten Achse zurückgeklappt.o Blütendiagramm, p Pollentetrade. Drosera intermedia Hayne. q, r, s Keimpflanzen.t Nebenblatt, u Samen. Drosera Anglica Hudson X D. intermedia Hayne. v Habitus.Aldrovanda vesiculosa Monti. t v Reizaufnehmendes Gelenk, x Reizborste, y Diagramm, z Reiz-empfindliches Haar (Fig. a bis i nach Fenner; k, l, m, n, t nach Diels; w, z nach Haberlandt).