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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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und machen den Eindruck einer erdgeschichtlich sehr alten Familie. In Botanischen Gärten werden als Schul»beispiele für den Tierfang und Reizerscheinungen die beiden folgenden Pflanzen kultiviert: Dionaea muscf»pula Ellis (= Drosera sessiliflöra Raf., = D. uniflöra Raf.), Venus=Fliegenfalle, einheimisch auf Mooren dersandigen Kieferndistrikte (pine»barrens) des südatlantischen Staates Carolina von Nordamerika (jedoch nicht inFlorida). Pflanze ausdauernd, kahl, 15 bis 30 cm hoch. Laubblätter grundständig (Rosettenform), aus einemverbreiterten Stiel und aus einer zweiklappigen Spreite bestehend (Fig. 897 c, d). Blüten 4 bis 10, zu einergedrungenen Wickel=Scheindolde vereinigt. Kronblätter weiss. Am Rande derKlappen" stehen zahlreiche steifeBorsten, während auf der Innenseite kleine, sitzende, jedoch nicht schleimabsondernde Drüsen, sowie drei langeReizborsten, die nahe am Grunde ein deutliches Gelenk aufweisen, vorhanden sind. Sobald ein Insekt (in derKultur oft auch Spinnen und Asseln) mit einer Fühlborste in Berührung kommt, schlagen die beiden Abschnittezusammen und die Borsten greifen ineinander, wodurch ein Entrinnen der Insekten unmöglich gemacht wird. Essteht ausser Zweifel, dass bei Dionaea eine echte Verdauung stattfindet. DrosophyllumLusitänicum (L.)Link (= Drösera Lusitanica L., = Spergula droseroides Brot.),Portugiesisches Taublatt", einheimischer Name(Portugal) herva 'penheira orvalhada. Heimat: Portugal, südwestliches Spanien "und nördliches Marokko, auftrockenen, sandigen Stellen. 15 bis 50 cm hoher Halbstrauch mit grasartigen, fast rosettig stehenden, 15 bis25 cm langen und 1,5 bis 3 mm breiten, 'oberseits etwas rinnigen Grundblättern j letztere wie die Blütenstieledicht mit gestielten und sitzenden, jedoch nicht beweglichen Drüsen=Tentakeln besetzt. Blüten bis 3 cm imDurchmesser. Kronblätter schwefelgelb. In Portugal wird die Pflanze ähnlich den Leimruten zum Fangen vonFliegen verwendet und zu diesem Zwecke in Töpfen kultiviert.

Ueber die sehr umfangreiche Literatur vgl. besonders Diels, L. in Engler's Pflanzenreich, IV. 26. Heft. 112,ferner M o e s z, Gustav in Annales Musei Nationalis Hungarici Bd. V, 1907, pag. 324 bis 399 (Ueber Aldro»vanda vesiculosa L.). Benecke, W. Ueber thermonastische Krümmungen der Drosera»Tentakel (1909).Wagner, A. Die fleischfressenden Pflanzen (1911). Fünfstück. M. und Braun, R. Zur Mikrochemie derDroseraceen. Ber. der Deutsch. Botan. Ges. Bd. XXXIV (1916). Holzner, Georg und Naegele, Fritz. DieBayrischen Droseraceen. Ber. der Bayer. Botan. Ges. Bd. IX, 1904 (mit reichhaltigem Literaturnachweis). S chm i d t,Günther. Beiträge zur Oekologie der insectivoren Pflanzen. Flora, Neue Folge, Bd. IV (1912). Fenner, C. A.Beiträge zur Kenntnis der Anatomie, Entwicklungsgeschichte und Biologie der Laubblätter und Drüsen einigerInsektivoren. Flora 'Bd. 94 (1904). Dernburg', K. G. Notiz ;belreffend die proteolytischen Enzyme derDrosera rotundifolia in Biochem. Zeitschrift LXXVIII, 1916.

1. Moor» und Sumpfpflanzen. Laubblätter nicht zusammenklappend, mit langen, reizbaren Drüsen»haaren besetjt, in grundständiger Rosette Drosera CCCLXX.

1*. Untergetauchte, schwimmmende Wasserpflanze. Laubblätter der Länge nach zusammenklappend,quirlständig Aldrovanda CCCLXXI.

CCCLXX. Drösera L. Sonnentau. Franz.: Rossolis, rorelle, herbe ä larosee, rosee du soleil, rissole, rosolaire, rozalaira (Waadt), herbe ä la goutte,rosette, oreille de diable; engl.: Dew plant, sundew, jouthwort, lustwort, moore-grass, redrot; ital.: Rosolida, rorella, rugiada del sole.

Der Name Sonnentau (im Böhmerwald alsSuntab" volkstümlich) bezieht sich auf die glänzendenvon den Blättern ausgeschiedenen Tröpfchen, die das Volk alsTau* ansah-, vgl. übrigens auch Sinau (Alchemillavulgaris). In den alten Kräuterbüchern wird die Pflanze dementsprechend alsrös sölis" (= Sonnentau) bezeichnet,ein Wort, das auch (durch die Apotheker) ins Volk drang: Rossoli (Niederösterreich), R o s ö Ii ehr u t (Appen»zell). Ebenfalls auf die (fett») glänzenden Blätter beziehen sich Perlknöpf, Foaste Mandln [= Feiste Männer](Südböhmen). Die Landleute verwenden den Sonnentau auch als Aphrodisiacum bei Haustieren, daher imNiederdeutschen: Bull(n)krüt (Schleswig, Mecklenburg), Spöelkrud (Ostfriesland).

Ausdauernde Kräuter mit spindelfaseriger Wurzel. Laubblätter langgestielt, in ± dichter,grundständiger Rosette. Blattspreite unterseits kahl, oberseits mit langgestielten, gegen den Randzu grösser werdenden, roten, reizbaren und beweglichen Verdauungsdrüsen besetzt, am Grundedes Blattstieles mit 5 bis 7 Nebenblattfransen (Taf. 139, Fig. 6 e). Blüten strahlig, in verlängerten,scheintraubigen (wickeligen) Blütenständen. Kelchblätter 5, am Grunde verwachsen. Kronblätter 5,länglich=keilförmig, weiss. Staubblätter 5, mit nach aussen sieb öffnenden Antheren. Pollenkörnermeist zu 4 zu Pollentetraden zusammenhängend (Fig. 891 p). Fruchtknoten aus meist 3 (selten4 oder 5) Fruchtblättern verwachsen, einfächerig, mit ebenso vielen wandständigen Plazenten