G24 Kinderkrankheiten.
Hieraus erhellt, dass das Impfen nachjetzigem Styl ein ganz zweck- und nutz-loses ist.
Zweitens aber impft man bei dem Impfen vonKindern auf Kinder nicht bloss den schütz- undnutzlosen Pockenstoff über, sondern auch allen Krank-heitsstoff, der in dem noch nicht gereiften Orga-nismus unentwickelt schlummert. Deshalb ermahnenalle Schriften über Pockenimpfung: „ja die Kinder,von denen geimpft wird, recht genau zu untersuchen,dass sie keine Ausschläge, keine Skrofeln oderRachitis, Abzehrung oder dergl. haben," weil Jeder-mann, besonders aber jeder Arzt, weiss, dass sonstdergleichen Stoffe auf das zweite Individuum über-geimpft werden.
Alle aber bedenken nicht, dass dergleichen Krank-heiten, besonders Skrofeln und Rachitis (englischeKrankheit oder Zwiewuchs) erst im 2ten bis 3tenLebensjahre zur Erscheinung kommen, und vorherbei den meisten Kindern nichts bemerkt werdenkann, weil der angeborene Krankheitsstoff sich erstnach und nach bei Zunahme der Kräfte im Körperentwickelt. Da impft man denn von V2" 0 ^ er s /4 jäh-rigen Kindern alle diese Siechtümer, die sich inden Pockenpusteln concentriren, auf sonst gesundeKinder über, und zerstört deren Kraft und vergiftetihre Gesundheit.
In der „Allgem. Medicinischen Central-Zeitung"Stück 5 vom 18. Januar 1854 ist der Prozess gegenden städtischen Impfarzt in Köln mitgeteilt, durchwelchen Syphilis auf Säuglinge verimpft undselbst deren Mütter dadurch angestecktwaren.
Dasselbe findet man im Berliner „Publicisten",Zeitung für Recht und Gerichtsverfahren,Nr. 94 vom 26. November 1853. Ein Landgerichts-arzt (Dr. Hübner) aus Bamberg verimpfte im DorfeFreienwalde, ohne sein Wissen, Syphilis auf Kinder,und durch diese wurden Mütter und Geschwister,im Ganzen 9 Personen, syphilitisch angesteckt.