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Arthur Lutze's Lehrbuch der Homöopathie
Entstehung
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647
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Menschl. Körper. 647

war, wie bei den Kleister- und Essig-Älchen, derKrätzmilbe, wurde von Vielen eine Urbildung, Ur-zeugung, generatio aequivoca oder spontanea,angenommen. Die Wahrscheinlichkeit der Entstehungeines Tieres aus der Zersetzung organischer Sub-stanzen erscheint um so zweideutiger (aequivoc), jeverschiedener die Formen desselben in den einzelnenStänden seiner Metamorphose sind, wie z. B. bei denEingeweidewürmern. Ehrenberg und nach ihmPasteur fand Myriaden tierischer, kaum mikros-kopisch wahrnehmbarer Keime im Wasser und in derLuft schwimmend, deren jeder in einer Stunde durchTieilung und Eierlegen Millionen von Infusorienerzeugt, die nach seiner Ansicht niemals durch Ur-zeugung entstehen.

Diese wird überhaupt in neuerer Zeit nicht mehrangenommen. So ist bei der Krätzmilbe die ge-schlechtliche Zeugung und das Eierlegen, bei denTrichinen das Lebendiggebären, bei den andern Ein-geweidewürmern, welche von einem Körper zum andernwandern, der Generationswechsel mit Sicherheit nach-gewiesen. Selbst die kleinsten organischen Wesen,die Bakterien, welche viel kleiner als Blut-körperchen in faulenden Flüssigkeiten, z. B. imBlute, im Eiter, unter Zutritt der Luft sich bilden undbewegen und, wie jetzt nachgewiesen, die Ursache derFäulnis, sowie aller ansteckenden Krankheiten sind, entstanden nicht von selbst. Hält man nämlichvon den betreffenden Flüssigkeiten die in der Atmos-phäre schwimmenden Keime (Sporen) und die Bakterienselbst fern, z. B. durch Filtriren oder Reinigen derLuft, so bleiben erstere von Bakterien frei und faulennicht, auch tritt zu Wunden nicht der Brand oder dieEitergärung. Hierauf gründen sich der neuere Yer-schlussverband für Wunden und die Erhaltungs-methoden für Nahrungsmittel mit Hilfe desinficirender,d. h. pilztötender Flüssigkeiten, wie Carbolsäure(Phenol), Lysol, absoluten Alkohol usw.

Saasas-