G20 Kinderkrankheiten.
liegt dann an der unrichtigen Ernährung, indem un-wissende Eitern und Ziehmütter das Kind mit Mehl-brei und dergleichen vollstopfen, was ihr Magen nichtverdauen kann, da er nur für die Muttermilch einge-richtet ist. Unwissende Ärzte wollen es oft dadurchwieder gutmachen, dass sie solchen schwachen Kindernkräftige Fleischbrühe mit Ei, oder geschabtes rohesFleisch verordnen; doch hierbei kommen die Ärmstenaus dem Kegen unter die Traufe, denn auch dies zuverdauen ist ihr Magen viel zu schwach. Der denkendeArzt verordnet solchen elenden Kindern mit Gries-suppe verdünnte Milch, und wenn es die Eltern daranwenden können, mit etwas Milchzucker, wie die ersteNahrung des Kindes § 26 vorgeschrieben ist, weiteraber nichts. Dabei müssen sie jeden Morgen kaltgewaschen, viel an die Luft getragen undauf diese Weise nach und nach gestärkt werden.Innerlich gibt man: China x oder Arsen, x, und■wenn der Bauch schon ganz hart und dick ist: Calc.carb. x, 3 Tage lang, und lässt das gegebeneMittel 4 Tage lang nachwirken. Bei breiigemDurchfalle: Pulantilln x, bei Stuhl Verstopfung: Inxvom. x und bei Fieber oder trockner Hitze: Aconit xdazwischen, so oft es nötig ist. Auf diese "Weisehabe ich die abgezehrtesten Kinder wieder hergestellt.Dass die Lutschbeutel oder Zulpe gänzlich entferntwerden müssen, versteht sich von selbst, denn siehaben auch ihr Teil zur Abmagerung beigetragen.
27. Das Fallen der Kinder. Es ist mir bereitszweimal in meiner Praxis vorgekommen, dass einKind nach einem Falle auf den Bauch die Spracheverloren hatte, welche nach einer Gabe Arnica (zwei-bis vierstündlich einen Schluck) wiederkam. — Einsonst sehr heiteres und aufgewecktes Kind war nacheinem Falle gänzlich verändert, still, in sich gekehrt,schweigsam usw., ohne über irgend etwas zu klagen,oder einen Grund seiner veränderten Stimmungangeben zu können. Dieser Zustand hatte beinahezwei Jahre lang gedauert, und als ich den Grundhörte, auf welchen sich, bei näherer Nachforschung,
Lutze, Lohrbuch der Homöopathie. 4-3