Kinderkrankheiten. 609
Fällen habe ich es ei^robt, und nicht in einem einzigenhat es seine Wirkung -verfehlt. — Kann ein Kindvor grosser Schwäche nicht saugen, so gibt man ihmChina x 6—12stündlich einen kleinen Schluck.
8. Ist die Zunge angewachsen, so muss dasZungenbändchen gelöst werden, weil das Kindsonst schlecht saugen kann. Es ist eine sehr geringeOperation, doch rate ich, sie nur von einem Arzteausführen zu lassen, weil sonst leicht ein Blutgefässverletzt und eine Verblutung herbeigeführt werden kann.
9. Ist ein Kind mit einem Nabelbrüche geboren,oder ist derselbe durch heftiges Schreien entstanden,so legt man ein Nabelbruchband an, welches ausGummi gefertigt, überall zu haben ist und auchden kleinsten Kindern angelegt werden kann. Innerlichgibt man Dlux vom. x (10 Körner im Wasser)13 Tage lang, und danach 4 Tage Pause. Auchandere, z. B. Leistenbrüche, heilen bei so kleinenKindern dadurch ohne Bruchband. Auch warne ichdavor, Bleikugeln, Kupferplatten oder dergl. auf denNabel zu binden; man sorge nur dafür, dass dieKinder so wenig wie möglich schreien, was man durchgrosse Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und Geduldbewirken kann. Hat ein Kind Ausschlag dabei, sogiebt man dem Kinde zuerst Sulfur x in gleicherWeise und dann erst IVux vom. x.
10. Wird ein Kind mit einer Geschwulst amKopfe geboren, was in der Begel von dem Druckebei der Geburt herrührt, so gibt man Arnica x inWasser, täglich viermal einige Tropfen davon, kannauch die Geschwulst äusserlich mit dieser Arnica-auflösung bestreichen. Bessert es sich nicht schnell,so giebt man Ritus tox. x ein. Bleibt eine Eiter-beule zurück, so öffnet man diese und gibt Sil. x,Abends und Morgens '/* Teelöffel voll, 3 Tage lang,desgleichen bei daraus entstehenden Geschwüren.
11. Anschwellung der Briistchen entstehtmeist durch das unvernünftige Ausdrücken oderQuetschen der Wärzchen von Seiten der Hebeamme,wovor ich oben § 37, Nr. 8, schon gewarnt habe.