XLIX
Fette und '20 Teile Zucker kommen — entstehenzweckmässige und brauchbare Nahrungsmittel.Solche Verbindungen liefert ebensowohl dasPflanzenreich, als das Tierreich.*)
Das Fleisch selbst, wie es in den Haushaltungenbenutzt wird (nicht reine Muskelfaser, sondernmit Fett und Bindegewebe durchwachsen und um-geben), ist eine solche Verbindung, von der manerfahrungsgemäss lange Zeit leben kann. Freilichist es besser, es mit Pflanzenkost in genügenderMenge zu verbinden. Personen mit oxygenoi'derund gichtischer Körperconstitution, die an be-schleunigtem Stoffumsatz oder verminderter Harn-säureausscheidung leiden, sollten es ganz meiden,da es die Sauerstoffaufnahme steigert und diegichtischen Schlacken im Blute vermehrt. Siesollten sich auf die Blutbildner, die ihnen diePflanzen reichlich genug bieten, beschränken.Übrigens kann man eher von Pflanzenkost, als
*) Die vielfach beliebte Gegenüberstellung von Pflanzen-kost und Fleischkost ist wissensc haftlich nicht zu rechtfertigen,schon deshalb nicht, weil in den Pflanzen auch Fieisclistoffvorhanden ist und umgekehrt, und weil überhaupt nichtNahrungsmittel, sondern nur Nahrungsstoffe einandergegenübergestellt werden können. Aus diesem Grunde istauch der auf der Tagesordnung stehende Streit zwischenFleisch Verächtern (Vegetariern) und Fleiscbessern gar nichtzu schlichten, so lange die Frage so unwissenschaftlichgestellt wird: »Ist Fleischkost oder Pflanzenkost vorzuziehen?«Diese Fragestellung ist ebenso töricht, als wenn gefragtwiiide: »Was ist besser, Eisen oder Stahl?« Es kommt ebenAlles auf den Zweck und die näheren Umstände, beimMenschen auf die Körperbeschaffenheit usw. an. Im allge-meinen lässt sich bloss sagen, dass unter gewöhnlichen Ver-hältnissen der Mensch viel weniger Fleischstoff in seinerNahrung bedarf, als er gewöhnlich in Folge anerzogenen Vor-urteils, Naschsucht und Liebhaberei zu sich nehmen zumflssen glaubt.
Lutze, Lehrbuch der Homöopathie. 4