Es befinden sich bisweilen auch Pocken in den Augen,welches man selten eher gewahr wird, bis sich der Ge-schwulst der Augenlieder gelegt hat, und es werden dadurchoft Felle erzeugt, die eine Blindheit verursachen. Gegendieses Uebel muß man täglich einige Male fein gepulvertenKanarienzucker oder Salmiak durch eine an beiden Endengeöffnete Federpole in die Augen blasen. Hilft diesesMittel nicht, so muß man das Fell durch eine Operationwegschaffen.
Sollte der Pockeneiter sich an einer oder mehren Stellendes Körpers zusammengezogen und Geschwüre erzeugt haben,so muß man die vorn angegebenen trockenen Umschläge ofterwärmt darüber legen, und sie, sobald sie weich sind, miteinem scharfen Instrumente öffnen.
tT. Vom Hüften.
Der Husten besteht entweder als Krankheit für sich, oderer ist eine Folge anderer Krankheiten, z. B. der Lungen-entzündung, Schwindsucht u. s. w.
Ein Husten, welcher als Krankheit für sich besteht,kann aus vielerlei Ursachen hervorgerufen werSen. Gemei-niglich hat eine Erkältung die Schuld, oder er entsteht vonzähem Schleime, Staube und andern scharfen Theilen, diedurch das Athmen in die Luftröhre gelangen und daselbsteinen Reiz oder eine leichte Entzündung in der Kehle ver-anlassen. Ist der Husten von einer Erkältung entstanden,so macht man folgende Latwerge: Süßholz und AniS-samen, von jedem S Loth, stoße Beides zu Pulver undmache es mit 8 Loth Honig oder Flisdersaft zu einer Lat-werge, streiche davon täglich zwei Mal einer Wallnuß großauf die Zunge und gebe Kleien- oder Mehlwasser zu sau-fen. Ist eine Verschleimung vorhanden, wo die Thierelange husten müssen, ehe sie etwas auswerfen können, sogiebt man ihnen des Morgens und Abends einige Eßlöffelvoll von folgender Latwerge: Honig, 1 Pfund, fein gepul-vertes Spießglas 4 Loth, geriebenen Meerrettig so viel alsnöthig ist, um einen Teig daraus zu machen.
Hat der eingeathmete Staub die Schuld, so leitet manDämpfe von Heublumen oder Kleien, welche in Wasseroder Milch gekocht sind, in die Nase und giebt öfters saureMilch zu fressen.