1731
Töpfen. Die Keimkraft der Samen hält 4 Jahre an. Die infolge ihres Myrosingehaltes scharf kressenartig schmecken,den Blüten werden hie und da als Salat oder Salatbeimischung genossen. Das Kraut war früher offizineil (HerbaNastürtii lndici) und wurde gegen Skorbut angewendet. Als Nastürtium maior erscheint Tropaeolum malus1610 im Herbarium von Rostius in Lund.
Zu dem grossen Formenreichtum trägt die wiederholte und verschiedenartige Kreuzung mit T. pelto»phorum und T. minus wesentlich bei. Von letzterer Art, die 1570 eingeführt wurde, haben die Garten*hybriden die ± starke Behaarung sowie die lange Blütendauer (in Gewächshäusern blühen einzelne Pflanzendas ganze Jahr hindurch) erhalten. Die Blatt» und Blütenknospen, ebenso die unreifen Früchte, werden in Essigeingelegt und wie Kappern (vgl. Bd. IV, pag. 490) verwendet. Das von Linnes Tochter beobachtete Blitzen derBlüten lässt sich auf ein optisches Phänomen zurückführen; die hochroten Blüten erzeugen nämlich nachlängerem Betrachten ein in der bläulichen Komplementärfarbe erscheinendes Nachbild. Die Pflanze verwildertleicht, kann sich aber nicht einbürgern, da weder die vegetativen Teile noch die Samen im mitteleuropäischenKlima winterhart sind und bei den ersten Herbstfrösten zugrunde gehen. In einzelnen Teilen des Mittelmeer,gebietes scheint die Ueberwinterung möglich zu seinund die Art beginnt sich dort auch einzubürgern.
G a m s beobachtete auf einer zweijährigen Pflanze denSchmarotzer Orobanche minor Sm. (Bd. VI/ 1, pag. 153).
Tropaeolum minus L. (= T. pulch^l«lum Salisb., = T. dentatifölium Stockes). KleineKapuzinerkresse. Franz.: Capucine petite; engl.:
Dwarf Indian cress. Einjährige bis ausdauernde,bis 60 cm lange, kahle Pflanze. Stengel schwachrankend. Laubblätter ziemlich klein, langgestielt,rundlich-nieren förmig, etwas ausgeschweift; Nervenam Rande stachelspitzig vortretend. Blüten auflangen Stielen. Sporn allmählich zugespitzt, bis 3 cmlang, deutlich gekrümmt. Kronblätter keilförmig, mitaufgesetzter Stachelspitze, lebhaft gelbrot s die unterenlebhaft gefleckt, die Wimpern haarspitzig. Fruchtkleiner als bei der vorhergehenden Art. — VI bis IX.
Aendert ab: f. coccineum Voss. Blüten scharlach-rot. Zahlreiche weitere Farben, auch gefüllte Formenwerden kultiviert, sind jedoch nicht zu verwechselnmit Abkömmlingen des Bastardes T. maius X T.minus. Heimat : Peru (bei Lima). Seit 1570 als ersteArt der Gattung in Europa eingeführt; 1610 vonRostius in Lund als Nasturtium Indicum, 1613 imHortus Eystettensis unter gleichem Namen, 1643 inSchlesien, 1654 in Königsberg von Michael Titiusin seinem Catalogus Plantarum Horti Electoralis Fjg , 6b0 Tropae olum maius L.
Regiomontani erwähnt. Heute zur Bekleidung von Phot. Ingenieur Walter Hirzel, Winterthur (Schweiz).
Mauern, Baikonen, niedrigen Zäunen, ebenso als
Teppichbeetpflanze in Gärten, doch bedeutend weniger häufig als die vorige Art (von der sie immer mehrverdrängt wird) kultiviert und leicht verwildernd, jedoch, weil nicht winterhart, stets bald wieder verschwindend.Die Früchte werden wie jene von T. maius verwendet.
Nur mehr gelegentlich werden in Gärten bezw. in Kalthäusern angetroffen: Tropaeolum poly.phyllum Cav. aus Chile und Argentinien; in Europa seit 1827 eingeführt. Laubblätter blaugrau, bis zurMitte 5« bis 7. (seltener 9= bis ll«)teilig, langgestielt, die Blüten überragend. Sporn 16 bis 18 mm lang.Kronblätter gold» bis schwefelgelb. T. speciösum Poepp. aus dem mittleren und südlichen Chile; inEuropa seit 1846 eingeführt. Laubblätter 5= bis 7«teilig, mit geteilten Nebenblättern. Sporn 24 bis 32 mmlang. Blüten leuchtend zinnoberrot. T. peltöphorum Benth. (= T. maius, T. minus und T. Lob«biänum Veitch) aus Columbien und Ekuador. Pflanze ähnlich, jedoch weichhaarig, stark wüchsig, bis 4 mhoch. Laubblätter schildförmig, kreisrund, ausgebuchtet oder schwach gelappt. Blüten leuchtend zinnoberrot.Bildet mit Tropaeolum maius eine Anzahl schöner Blendlinge wie Peter Rosenkränzer, Spitfire, Kronprinz vonPreussen, La Brillante, Lucifer, Asa Gray, Darkness usw. — T. peregrinum L. (= T. adüncum Sm.), engl.: theCanary bird flower, mit 5. bis 7.1appigen Laubblättern (Fig. 1661) und fächerförmig, unregelmässig gelappt«
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