60. Familie.
Leguminösae).
Hülsenfrüchte (Hülsenfrüchtler, Hülsenfruchter).
Zwei» bis vierachsige Bäume, Sträucher, Halbsträucher und Kräuter, meist reich anGerb» und Bitterstoffen. Wurzeln sehr oft mit Bakterienknöllchen. Laubblätter meist gefiedert,öfters durch Verkürzung der Achse gefingert (vgl. Lupinus, viele andere Genisteen und Tri»folieen) oder auf ein Blättchen reduziert, mit 2 (bei Spartium und Ulex ganz geschwundenen,bei Lotus und Pisum durch die untersten Blättdien ersetzten) Nebenblättern, ursprünglich inzweireihiger, durch Drehung oft in spiraliger Stellung, sehr selten (z. B. bei Cytisanthus) gegen»oder quirlständig. Blütenstände axillär oder endständig, botrytisch, meist traubig und dannoft dorsiventral, oft zu Aehren oder Köpfchen verkürzt oder auch zu Rispen vereinigt, selten(z. B. manche Ononis und Vicieen) auf einzelne Blüten reduziert, fast stets mit Trag» undVorblättern. Blüten meist dorsiventral und zwitterig, seltener strahlig und in diesem Fall bis»weilen (manche Caesalpinioideae) polygam oder durch Abort eingeschlechtig, meist fünfzählig,seltener (viele Caesalpinioideae, Amorpha) einzelne Kreise reduziert. Kelch unterständig, aus5 meist + verbundenen, seltener (Caesalpinioideae) freien Blättern, oft i zweilippig, mitmeist dachziegeliger Knospendeckung. Kronblätter perigyn bis hypogyn, meist 5 oder durchAbort weniger bis fehlend (Ceratonia; Fig. 1279d), meist frei oder einzelne (Schiffchen derPapilionatae), seltener alle verbunden, meist mit dachiger Knospenlage (aufsteigend bei denCaesalpinioideae [Fig. 1279 c und d], absteigend bei den Papilionatae [Fig. 1279 e und f], klappigbei den Mimosoideae [Fig. 1279 a und b]). Staubblätter meist 5 —{— 5, selten nur 5 oder durch Fehl»schlagen weniger, zahlreich dagegen bei den Mimosoideae (bis 500 bei der Gattung Seriänthes),öfters am Rande eines dem Kelchgrund angewachsenen Diskus eingefügt ; der äussere Kreis vorden Kelchblättern, der innere vor den Kronblättern (in der entwickelten Blüte scheinbar nur 1 Kreis),frei oder häufiger zu einer offenen oder geschlossenen Röhre verwachsen (meist 9 Staubfädenverbunden und 1 frei: diadelphisches Androeceum; seltener alle 10 verbunden: monadel»phisches Androeceum, z. B. bei Tamarindus, den meisten Genisteen, Ononis und Anthyllis);Antheren dem Grunde oder dem Rücken der Staubfäden angefügt, mit parallelen, sich nachinnen mit Längsspalten (selten mit endständigen Löchern, z. B. Cassia) öffnenden Fächern.Fruchtknoten oberständig, 1, sehr selten mehr (bis 15 bei der Mimosoideengattung Archi»dendron), sitzend oder gestielt, einfächerig oder (z. B. bei Astragalus) durch „falsche Scheide»
') lat. legümen (= Hülse), bedeutet zunädist jede Brachfrucht, namentlich Hackfrüchte, im 16. Jahr«hundert Gemüse überhaupt. Die Frucht der erst von Morison so genannten Leguminosen hiess bei denälteren Autoren allgemein sfliqua (= Sdiote), welcher Name jetzt nur nodi für die Cruciferenfrudit gilt. —Die ganze Familie ist von Dr. H. Garns bearbeitet.