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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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1726
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1726

63. Farn. Tropaeoläceae 1 ). Kapuzinerkressen.

Einjährige bis ausdauernde, weitästige, oft kletternde Kräuter. Hauptwurzel dünn, beiausdauernden Arten zuweilen eine vielköpfige Grundachse oder unterirdische, horizontale,mit Niederblättern besetzte Ausläufer treibend, selten auch bis faustgrosse Knollen bildend. Stengelkurz und niederliegend oder (meistens) verlängert und mit Hilfe der reizbaren Blatt» undBlütenstiele kletternd, seltener auch rankend. Laubblätter wechselständig, nur die Primärblättergegenständig (Fig. 1659e, f), meist langgestielt, oft bereift; Spreite sdiildförmig, oft breiter als lang,fingernervig, ungeteilt, schwach gebuchtet oder ± tief (bis zum Stielansatz) eingeschnitten, in derRegel ganzrandig (einzig bei T. crenatum gekerbt), zuweilen durchscheinend punktiert, an denEnden der Hauptnerven hie und da mit Stachelspitzchen. Nebenblätter zart, klein, oft fehlendoder frühzeitig verschwindend (bei T. maius und T. minus nur an den Erstlingsblättern aus»

gebildet). Blüten einzeln blattachselständig, langgestielt,zwitterig, zygomorph, die Laubblätter in der Regel über»ragend, meist lang gespornt (Achsenbildung); Blütenstieleoft sehr zart und deutlich windend. Vorblätter meistensfehlend. Kelchblätter 5, etwas ungleich, in der Knospen»läge klappig oder eutopisch sich deckend, meist wie dieKrone gefärbt, ungleich; Kelch zweilippig; Oberlippe aus 3,Unterlippe aus 2 Blättern bestehend. Kronblätter normal5 (bei einzelnen Arten 1 bis 3 fehlend), mit den Kelch»blättern alternierend, sehr verschieden geformt und ge=färbt; die beiden hinteren ungenagelt, die 3 vorderenbezw. unteren meist länger, schmäler, i deutlich ab»gesetzt genagelt (Fig. 1657e), oft klein, ± reduziert unddann unter den Kelchblättern verborgen, am Uebergangvon Platte und Nagel gewimpert, gelb, brennend ziegel»rot, violett, indigoblau, selten weisslich, oft mit rotenoder braunen Saftmalen. Staubblätter 8 (die beidenmedianen, also je 1 eines jeden Kreises, fehlen), frei, derBlütenachse eingefügt (Fig. 1657 b bis d und f); Staubbeutelrundlich bis rechteckig; Pollenkörner stumpf dreiseitig»pris»matisch (Fig. 1657 g, h, i), mit Längskanten, etwas klebrig,meist zitronengelb. Fruchtknoten etwas schrägstehend,oberständig, aus 3 Fruchtblättern gebildet, 3=knotig und3»fächerig, in jedem Fach eine hängende, apotrop=anatropeSamenanlage enthaltend. Griffel zylindrisch, mit dreiNarbenspitzen. Frucht in 3 einsamige, ziemlich grosse, runzelige oder geflügelte Schliessfrüchteoder Beeren (oft nur 2 ausgebildet) zerfallend. Samen ohne Nährgewebe, mit grossen, fleischigen,am Grunde geöhrten Keimblättern. Embryo mit eigenartigem, in 3 Schenkel auswachsendemSuspensor (Fig. 1657 k).

Die Familie der Tropaeolaceae zeigt nahe Beziehungen zu der Familie der Geraniaceae und zwarbesonders zu der Gattung Pelargonium (pag. 1660), welche ein dem Blütenstiel eingesenktes Honigrohr besitzt,dessen Homologie mit dem Sporn von Tropaeolum unverkennbar ist. Doch scheint dieses eine selbständige,verhältnismässig spät erworbene Anpassung zu sein, die der Gattung Geranium abgeht. Weitere Verwandtschaft»liehe Beziehungen bestehen vielleicht zu den Hippocastanaceae, mit welchen die Tropaeolaceen u. a. die schiefeStellung des Fruchtknotens gemeinsam haben. Doch scheint nach den sero -diagnostischen Untersuchungen von

l ) Vom lat. tropaeolum, Diminutiv von tropaeum = ein abgestutzter, mit Waffen behängterBaum, Siegeszeichens wegen der schildförmigen Laubblätter und der helmförmigen Blüten.

Fig. 1656. Tropaeolum maius L. a Hautgewebe(Kronblatt) mit Papillen und Haaren, b Schnitt durchden Honigsporn mit Wasserspalten, c Letztere ver-grössert. iL e Entwicklung des Embryos und desSamens (Fig. d und e nach Kays er).

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