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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, Kanaren; ausserdem verschleppt inMitteleuropa (noch in Südskandinavien) und im grössten Teil der Erde (im Himalaya bis2300 m aufsteigend).

Aendert ab: var. genuina Rouy et Foucaud (= Oxalis pusilla Salisb.). Laubblätter mit ziemlichgrossen, wenig behaarten Blättchen. Kronblätter länger als der Kelch. Blütenstände meist 2= bis 3.blütig.Häufigste Form. Hierher! f. subacaülis Chast. Pflanze stengellos oder fast stengellos. Standortsform trockenerStellen. Nicht selten. (.minor Lange. Laubblatter 2» bis 3.mal kleiner, kahl, gewimpert. Kronblätter l /a mallänger als der Kelch. Blütenstand nur 1 »blütig. Ob im Gebiet? f. a t r o p ur pur ea Van Houtte (= O. tropaeo»loides Sdllachter). Stengel und Laubblätter dunkelpurpurn bis purpurbraun. In Gärten zu Einfassungen undfür Teppidibeete kultiviert (angeblich 1870 von Vilmorin erzielt) und hie und da verwildert; in Aubonne im KantonWaadt seit 15 Jahren Gartenunkraut, am Ueberlingersee und im Tessin gemein. var. villösa Hohenacker.

Stengel behaart. Laubblätter ziemlich klein, auf beidenSeiten weichhaarig. Blütenstände 1« bis 2-blütig, oft längerals das sie tragende Blatt. Kronblätter doppelt so langwie der Kelch. var. D i 116 n i i (Jacq.) (= O. corniculataf. adscöndens Moris, = O. Navieri 1 ) Jord., = O. strictaSmall). Pflanze behaart. Ausläufer ab und zu vorhanden.Stengel aufsteigend, meist nur am Grunde und nurwenig wurzelnd. Nebenblätter klein, mit dem Blattstielverbunden oder ganz fehlend. Blütenstandsachse mehroder weniger verlängert. Kronblätter doppelt so langwie der Kelch. Fruchtstiele herabgebogen.

Auch diese Art dürfte mit Sämereien aus denMittelmeerländern (Dauphin^, Provence, Riviera) nachMitteleuropa eingeschleppt worden sein, zumal sie bessonders in der f. atropurpurea als Gräberpflanzesowie für Teppichbeete und zu Einfassungen in Gärtenseit langem gezogen wird. Die erste Erwähnung findet sie1576 bei Clusius, der sie von Sevilla und Mont-pellier angibt. Camerarius nennt sie dann bereits 1588aus Nürnberg. Im Hortus Eystettensis wird sie 1613 alsMälerkraut" (Trifölium ac£ticum flöre flävo) angeführt.Stellenweise ist sie jedoch erst seit kurzem eingewandert,so in Nordtirol (seit 1870), in Südtirol (1893 zuerst beiArco und Riva beobachtet!), in der Westschweiz (inAubonne seit 1876), im Wallis usw. Heute breitet sich Oxalis corniculata immer mehr aus und wird hie und daziemlich beständig (so beim Kirchhof Langnau im Kanton Zürich); in Thüringen scheint die Pflanze Oxalisstricta verdrängen zu wollen. In der Südschweiz wird das Kraut als Gemüse bezw. Salat verwendet.

Die oberen Antheren liegen den sehr wenig höher stehenden Narben so eng an, dass Selbstbestäubungunvermeidlich ist. Die dadurch massenhaft erzeugten und nach allen Richtungen hin fortspringenden Samenbewirken, dass auch diese Art sich leicht in Gärten als Unkraut einnistet, zumal sie mit dem schlechtesten steinigenBoden vorlieb nehmen kann und gegen Austrocknung desselben wenig empfindlich ist. Die Blüten bleiben beischlechtem Wetter gleichfalls geschlossen und entwickeln sich pseudokleistogam.

62. Farn. Geraniäceae. Schnabelkräuter.

(Bearbeitet von Dr. Helmut Gams).

Kräuter, Halbsträucher und (nur auf der Südhemisphäre) Sträucher. Meist mit ein=fachen und oft auch mit Drüsenhaaren. Laubblätter kreuzweise gegenständig, seltener sekundärwechselständig, meist mit 2 Nebenblättern und mit gezähnter, handförmig zerschnittener oder ge-lappter bis fingerförmig zerteilter oder gefiederter Spreite. Blüten einzeln oder gepaart in denAchseln von Laub» oder Hochblättern, zu dichasialen bis wickeligen, oft doldig verkürzten

Fig. 1616^ Oxalis corniculata L., verwildert in Norddeutsch-land. Phot. Dr. Joh. Mattfeld, Berlin.

*) Benannt nach Naviere»Laboissi£re, Verfasser einer Botanographie du Departement de laHaute-Vienne.