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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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1729
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1729

Botan. Gesellschaft. Bd. XXXVIII, pag. 79 und XXXIX, pag. 20. Die Wand der 3 ziemlich grossen (oft fehlt die medi-ane), von den Stielen leicht abfallenden Teilfrüchte besteht aus einem lockeren, schwammigen oder fleischigen Ge«webe, das zu einer korkigen Masse eintrocknet und diese dadurch vielleicht zum Fortrollen durch Regengüsse ge»eignet macht. Sehr eigenartig ist die Entwicklung des Keimlings (Fig. 1656 e). Die Chalaza entwickelt sich zueinem sehr starken Gewebekörper, in welche der Embryosack hineinwächst. Dieser letztere hat den Nucellusund fast das ganze innere Integument resorbiert, so dass auf der Spitze des Embryosackes nur die Mikropyleübrig bleibt. Nach erfolgter Befruchtung wird der Embryo durch einen langen Suspensor in die untere Hälftedes Embryosackes eingebettet (Fig. 1656 e). Aus der untersten Zelle des Suspensors entspringen zwei langeseitliche fadenförmige Anhängsel (Haustorien), von denen das eine das äussere Integument durchbohrt undeingeklemmt zwischen Samen und innerer Fruchtknotenwand hinabwächst und vielleicht zur Verankerung dient,während das andere durch den Funiculus in die Plazenta (also in die Mittelsäule des Gynaeceums) einwächst(Fig. 1657 k) und vielleicht die Zuleitung von Nährstoffen aus der Plazenta für den rasch heranwachsendenEmbryo besorgt. Im Laufe der weiteren Entwicklung schnürt sich der Embryosack etwa in der Mitte zusammen,so dass er hier gleichsam eine sekundäre Mikropyle bildet. Die Samen mit den dickfleischigen Kotyledonenenthalten neben dem ätherischen Oel auch fettes Oel mit Trierucin und Phytosterin als Hauptbestandteilen.

Sehr gross ist die Zahl der besonders bei Tropaeolum maius beobachteten Missbildungen (vgl. hier«über, ausser Penzig, besonders Buchenau, Fr. Bildungsabweichungen der Blüten. Abhandl. Nat. VereinBremen. Bd. V, 1878 und Zieg ler, Julius. Vergrünte Blüten. Berichte über die Senckenbergische naturforschendeGesellschaft. Frankfurt a. M. 1880/81, pag. 128). Es zählen dahin: Verbänderte, oft gedrehte Stengel, ver»wachsene oder dem Stengel angewachsene Blattstiele, gestauchte Achsenglieder, elliptische, lanzettliche oderspateiförmige Laubblätter, zu Ascidien umgebildete Laubblätter, Ausbildung der beiden normal fehlenden Vor«blätter an den Blüten, vergrünte Blüten und zwar in allen Uebergängen (im extremsten Falle sind alle Kelch"und Kronblätter sowie die Staubblätter und Ovula zu langgestielten, schildförmigen Laubblättern umgebildet.Fig. 1658), gefüllte (solche Formen werdenauch kultiviert) und dann meist spornloseBlüten, in welchen die Staub« und Fruchtblätterkronblattähnlich werden, unvollständige, oft6«zählige Pelorien mit 2 bis 3 Spornen, echteaber spornlose, 2« bis 6« zählige Pelorien(Ke Cb An Gi), verwachsene Kelchblätter, ver«kürzte und eingestülpte Sporne, verwachseneSepala, schmallineale Kronblätter, fehlende,verlaubte, bis zu echten Ascidien (vgl. Losch,

Hermann. Berichte der Deutschen Botan.

Gesellschaft. Bd. XXXVII, pag. 369) oder inFruchtblätter umgewandelte Staubblätter, 4«und 5«gliederige Fruchtknoten, schliesslich auchPolyembryonie. Infolge des üppigen Wachs«tums und der leichten Kultur eignen sich diePflanzen ausgezeichnet für physiologische Ver«suche. So studierte Arthur Meyer (Fest«schritt für Ernst Stahl. Jena, 1916) bei T. maiusden Eiweissstoffwechsel und das Vergilben derLaubblätter. Nach Th. Sabalitschka istTropaeolum befähigt im Dunkeln Formaldehydzu fixieren und umzuformen, wahrscheinlichin Zucker und Stärke und zwar in den chloro»phyllhaltigen Teilen.

Einige Arten, vor allem Tropaeolumtuberösum Ruiz. et Pav. (weniger T. polyphyllum Cav. und T. sessilifölium Poepp. et Endl.), werden der ess.baren Knollen wegen unter dem Namen Maca (Mashua, Mayua, Maxua) in den Andinen Hochländern vonChile bis Columbien kultiviert; die kastaniengrosse, spitz zulaufende, im rohen Zustand wässerige und fadschmeckende Knolle dient den Eingeborenen als wichtiges Nahrungsmittel. In Europa blieb die Kultur ohneErfolg. Ausserdem liefern die Tropaeolaceen eine Anzahl von allgemein beliebten, wertvollen Zierpflanzen,von denen die als erste genannte mit ihren Bastarden weitaus die verbreitetste ist.

Tropeeolum mäius L. (=T. elätum Salisb., = T. repandifölium Stockes, = T. Schillingii Vil«morin). Grosse oder Spanische Kapuzinerkresse, Jelängerjelieber. Franz.: Capucine grande, Cresson d'Inde;

Fig. 1658. Vergrünte Blüten: a bis c Kelch- und Kronblätter laubblattartig,Fruchtknoten stark aufgetrieben, Staubblätter verkümmert, pelorienartig.d bis g Vergrünte Staubblätter, zu Ascidien umgebildet (Fig. a bis c nachJulius Ziegler, d bis g nach Losch).