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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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1725
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1725

früchte i 5 bis 6 mm lang, scharf zugespitzt, rotbraun und mit Ausnahme der beiden durchtiefe Ringfalten abgetrennten Gruben hellbraun behaart, mit ± 6 bis 10 Windungen be=schreibender, auf der Aussenseite kurzflaumiger, innen im unteren Drittel locker mit langen,rotbraunen Haaren besetzter Granne. IV bis IX.

Aus dem Mittelmeergebiet stammend, aber schon von alters her als Heil» und Zier=pflanze in mitteleuropäischen Gärten und aus diesen leicht verwildernd, auch öfters mit Wollebei Wollwäschereien, Tuchfabriken usw. eingeschleppt, aber fast überall wieder verschwindend.

Im Gebiet sicher nirgends einheimisch. In Deutschland nur vorübergehends in der Pfalz (Klee«acker bei Wachenheim 1890), Thüringen (z. B. bei Erfurt, Gera, Auma, Schleiz), Sachsen (z. B. bei Lausigk), Bran«denburg (z. B. bei Berlin, Sommerfeld und in der Nieder«lausitz), Westpreussen (bei Marienburg und Danzig) undvielfach im nordwestlichen Tiefland (um Hannover, Ham«bürg, Döhren, Bremen, Neuenkirchen bei Damme,

Münster i. Westfalen, bei Wesel und Kettwig a. d. Ruhrusw.). In Oesterreich besonders in Tirol (öftersmit dem sogen.Japanischen Blumenrasen" ausgesät, soim Inntal und in Vorarlberg, vorübergehend auch inKitzbühel, Defreggen und Trient), sonst nur ganz ver»einzelt in Salzburg (Neukirchen im Pinzgau), Steiermark(in Leoben), Kärnten (bei Villach), Krain und im Küsten«land aufgetreten. In der Schweiz früher anscheinendhäufiger kultiviert und verwildert als heute, schon vonJ. B a u h i n in Genf, von H a 11 e r in Biel und im Baselland,von M u r i t h im Leukerbad beobachtet, jetzt fast aus allenTeilen des Mittellandes von Genf und Montreux bisSt. Gallen (besonders häufig und ziemlich beständig inden Ortschaften am Rheindelta) bekannt, vereinzelt auchaus dem Jura (z. B. Pruntrut) und den Alpen (z. B. Sitten,

Leukerbad, Interlaken, Beatenberg, Altorf, Göschenen bei1100m, Locarno, Lugano, Chur, Davos, St. Antonien usw.).

Allgemeine Verbreitung: Ur=sprünglich wohl nur im Mittelmeergebiet, ver=wildert und verschleppt im grössten Teile Europas,nördlich bis Irland, England (völlig eingebürgert)und Südskandinavien (z. B. Christiania) ; fernerauf den Kanaren und Madeira, in Mittel* undSüdafrika, Westasien, Australien, Neuseeland,

Nord» Und Südamerika. Pjg Erodium moschatum (Burm. f.) L 'H6rit. a Habi-

c , tus. b Nebenblätter, c Staubblatt mit Stipulargebilden und

brodium moschatum wurde und wird an« Drüse, d Frucht (Fig. b und c nach Glück).

scheinend jetzt noch gelegentlich der duftenden Blätter

wegen als Gewürz« und Heilpflanze (Acus moschata seu Herba moschata recens) kultiviert, in Mitteleuropa mindestensseit dem 16., vielleicht auch schon seit dem 12. Jahrhundert. In Kandersteg (Berner Oberland) legt man denBisem" in den Kleiderschrank zum Parfümieren der Wäsche. In Südeuropa bis in die Südalpentäler wird esgelegentlich als Bestandteil desJapanischen Blumenrasens* für die Straussbinderei ausgesät und hat sich dadurchan Zäunen, in Hecken, Aedcern usw. angesiedelt, sodass die ursprüngliche Nordgrenze nicht mehr festgestelltwerden kann. Linn6 kannte die Art wildwachsend nur im Orient) dagegen war sie schon um 1800 in England,Sibirien, Südafrika und Südamerika eingebürgert. Im Bau der meist kleinen, homogamen oder schwach protero«gynen Blüten und der Früchte zeigt E. moschatum grösste Aehnlichkeit mit E. cicutarium, mit dem es angeblichauch durch (vielleicht hybride) Zwischenformen verbunden sein soll. Durch feiner zerteilte Blattfiedern gleichtdiesem besonders die var. cicutarioides Delile ex Godron (= var. praecox Lange, = var. dissectumBall), die u. a. auch in der Nordschweiz (Kammgarnfabrik Derendingen bei Solothurn seit 1916, Bahnhof Buchsim Rheintal 1913) adventiv beobachtet worden ist.

Hegi, Flora. IV, 3. 201